Borussia Mönchengladbach:Ginter nimmt in Roses System eine bedeutsame Rolle ein

Ginter, 26, vor drei Jahren für 17 Millionen Euro von Borussia Dortmund verpflichtet, ist für die Stabilität der auf hohes Pressing ausgerichteten Mannschaft sehr wichtig. Spektakulär muten in Mönchengladbach zwar die vielen Tore und schönen Zuspiele der Angreifer Pléa, Thuram, Breel Embolo und Lars Stindl an, doch stolz ist man auch auf etwas anderes - nämlich dass die Borussia schon in der ersten Saison mit dem neuem Spielsystem unter dem neuen Trainer Marco Rose nur 40 Gegentore kassiert hat. Nur Bayern München (32) und RB Leipzig (37) waren da besser. Ginter und Zakaria auf der letzten und der vorletzten Horizontalebene vor dem eigenen Tor nehmen dabei eine bedeutsame Rolle ein. "Hoch anlaufen und hoch verschieben", hat Ginter das System einmal knapp umschrieben und betont, dass das Pressing in solch luftigen Höhen (also weit drinnen im Spielfeld) ein ausgeprägtes Miteinander erfordere. Jeder müsse immer für den anderen da sein. Und wirklich will Ginter in Gladbach "einen ganz besonderen Teamgeist" ausgemacht haben.

Ein sowohl emotionaler wie auch finanzieller Anreiz wäre eine optimale Voraussetzung dafür, um den Weltmeister von 2014 - allerdings ohne Einsatz - zu halten. Und tatsächlich lässt Ginter diesbezüglich bereits die Tendenz erkennen, am Niederrhein verweilen zu wollen. Er benutzt dazu allerdings Vokabeln wie etwa "grundsätzlich", weil man im Fußball bekanntlich nie etwas ausschließen darf. Dass sich nun offenbar Klubs in aller Herren Länder für den gebürtigen Freiburger interessieren, daran hat er mit seinen zuletzt starken Leistungen selbst den größten Anteil.

Im Fall Ginter wird sich in den kommenden Wochen zeigen, ob Eberl seinen Worten Taten folgen lassen kann

Vom Fachblatt Kicker ist Ginter notengleich mit dem Dortmunder Mats Hummels und minimal besser als Münchens David Alaba zum besten Innenverteidiger der Bundesliga gekürt worden. Zu Beginn der Saison, in den ersten Spielen unter dem neuen Trainer Rose, hatte noch nicht alles gleich geklappt. Beim 1:3 gegen Leipzig in der Bundesliga Ende August und zwei Wochen später beim blamablen 0:4 gegen das österreichische Team aus Wolfsberg in der Europa League wirkte das Team noch etwas schreckhaft. Aber obwohl man in dieser Europa League dann auch schon in der Gruppenphase ausschied und sich aus dem DFB-Pokal bereits Ende Oktober in Dortmund verabschiedete, wuchs die Mannschaft in der Rückrunde spielerisch immer besser zusammen.

Am Ende zog man - anders als in der vorangegangenen Saison - an Bayer Leverkusen vorbei auf den vierten Platz und sicherte dem Klub Champions-League-Mindesteinnahmen von 25 Millionen Euro. Diese veranlassten den Sportchef Eberl zu der Aussage, dass man diesmal keinen Spieler abgeben wolle. Im Fall Ginter wird sich in den kommenden Wochen nun zeigen, ob Eberl seinen Worten Taten folgen lassen kann. Der Markt wird es ihm vermutlich ziemlich schwer machen in den nächsten 68 Tagen.

© SZ vom 30.07.2020/tbr
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