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Torunarigha rassistisch beleidigt:"Er hat auf dem Platz geweint und wollte aufhören"

Hertha BSC: Jordan Torunarigha beim DFB-Pokal 2020 gegen Schalke 04

Berlins Jordan Torunarigha, hier im Zweikampf mit Schalkes Ahmed Kutucu.

(Foto: AP)
  • Im Pokal-Achtelfinale zwischen Schalke und Berlin wird Hertha-Verteidiger Jordan Torunarigha rassistisch beleidigt.
  • Von der Tribüne kommen in der zweiten Halbzeit Affenlaute.
  • "Da gibt es null Toleranz. Mir fehlt jegliches Verständnis für Vollidioten dieser Art", sagt Schalke-Vorstand Schneider.

Nach dem Pokal-Achtelfinale zwischen Schalke 04 und Hertha BSC redete kaum noch jemand über Fußball. Berlins Trainer Jürgen Klinsmann und seine Spieler beklagten sich über rassistische Äußerungen gegen Verteidiger Jordan Torunarigha. "Der Junge ist beleidigt worden", sagte Klinsmann nach dem 2:3 nach Verlängerung: "Wir haben den Schiedsrichtern gesagt, dass sie ihn schützen müssen."

Nationalspieler Niklas Stark sprach von "Affenlauten" und bestätigte: "Es gab rassistische Beleidigungen von der Tribüne. Jordan ist ein emotionaler Spieler. Wenn so etwas passiert, wäre ich wahrscheinlich auch ausgerastet. Sowas geht nicht. Das ist menschlich ganz abstoßend." Zu den Vorfällen soll es in der zweiten Halbzeit gekommen sein.

"Da gibt es null Toleranz", sagt Schalkes Jochen Schneider

Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider entschuldigte sich bei Torunarigha und fand deutliche Worte. "Da gibt es null Toleranz. Mir fehlt jegliches Verständnis für Vollidioten dieser Art", sagte Schneider und kündigte an: "Wir werden alles dafür tun, dass wir diejenigen, die dafür verantwortlich sind, ausfindig machen und mit Konsequenzen belegen."

Torunarigha habe "auf dem Platz geweint und wollte aufhören", berichtete Schalkes Siegtorschütze Benito Raman: "Ich habe ihm Mut zugesprochen und gesagt, dass er weitermachen soll." In der Verlängerung sah der sichtlich aufgebrachte Hertha-Verteidiger die gelb-rote Karte (100.): Nach einer Attacke von Omar Mascarell hatte er am Spielfeldrand eine Getränkekiste auf den Boden geworfen.

Schalke-Trainer David Wagner, der ihn leicht festhielt, bekam nach Videobeweis die rote Karte (102.). "Ich habe die Rufe nicht gehört, aber ich möchte mich im Namen von Schalke 04 entschuldigen, so was gehört sich nicht", sagte Wagner. Für die Zuschauer, die Torunarigha beleidigten, forderte er schnelle Konsequenzen: "In England wird derjenige sofort gepackt und dann raus", berichtete der Coach, der von 2015 bis 2019 Huddersfield Town trainierte.

© SZ.de/sid/ebc
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