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Topnews:Weltmeister Italien: 1:1 gegen Schweiz gutes Omen

Genf (dpa) - Wenn der Glauben an die eigene Stärke fehlt, muss der Aberglaube helfen. Fußball-Weltmeister Italien nimmt das 1:1 im WM-Test gegen die Schweiz als gutes Omen für seine Titelverteidigung in Südafrika.

Nach Unentschieden in den Testspielen gegen die Eidgenossen in Genf sind die Italiener 1982 und 2006 später jeweils Weltmeister geworden. Kein Wunder, dass Italiens Presse das mit der B-Elf erkämpfte Remis nach der 1:2-Pleite gegen Mexiko schon wie einen Sieg feierte: "Das war ein Schritt nach vorn", lobte die "Gazzetta dello Sport".

Nationaltrainer Marcello Lippi fand die Leistung seiner Azzurri "ermutigend". "Jetzt machen wir zwei Tage Urlaub und dann werden wir in Südafrika brillanter sein", versprach er den Tifosi, die die Vorstellung ihrer Lieblinge in Genf immer noch nicht begeistern konnte. "Wir waren fitter als gegen Mexiko, und auch das Spiel lief flüssiger", betonte Gianluca Zambrotta. Dennoch zeigte der viermalige Weltmeister erneut Schwächen in der Abwehr und machte zu viele Fehler im Kombinationsspiel.

Vor allem fehlt der Squadra Azzurra der kreative Kopf im Mittelfeld: Regisseur Andrea Pirlo wird wegen seiner im Mexiko-Spiel erlittenen Wadenzerrung frühestens im Achtelfinale wieder zur Verfügung stehen und Mittelfeld-Antreiber Daniele De Rossi schonte Lippi in Genf. Neben dem Römer ließ er auch Weltklasse-Torwart Gianluigi Buffon und Abwehrchef Fabio Cannavaro auf der Bank.

Wie die Italiener bekam auch Ottmar Hitzfelds Truppe in der Heimat wohlwollende Kritiken: "Eine Nati mit Herz", titelte das Boulevardblatt "Blick" am Sonntag. Obwohl die Schweizer seit 238 Tagen auf einen Sieg warten und nach dem 0:1 gegen Costa Rica ohne Testspielsieg ans Kap reisen, schienen sie zufrieden: Gökhan Inler (Udinese Calcio) hatte die Gastgeber in der zehnten Minute in Führung gebracht, die Fabio Quagliarella (SSC Neapel) vier Minuten später ausglich.

"Alles in allem war es ein guter Match von uns", meinte Stephan Lichtsteiner. Damit schloss sich der Außenverteidiger von Lazio Rom der Meinung seines Trainers an. Einziger Wermutstropfen für den Ex-Bayern-Coach, der Bayer Leverkusens Tranquillo Barnetta zunächst schonte, war die Verletzung von Valon Behrami. Der Mittelfeldspieler von West Ham United musste mit Verdacht auf eine Oberschenkel-Zerrung in der 58. Spielminute vom Platz. Seine WM-Teilnahme ist in Gefahr.