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Topnews:Entwarnung bei Argentinien: Messi ist fit

Pretoria (dpa) - Argentinien atmet auf: Lionel Messi ist topfit. Das bekräftigte nach dem Training zumindest der Teamarzt der argentinischen Fußball-Nationalmannschaft.

"Die 23 Spieler sind in einem optimalen Zustand, keiner hat eine Krankheit und alle stehen Maradona am 12. Juni zur Verfügung", sagte Donato Villani vor der Pressekonferenz der "Gauchos" auf dem Gelände der Universität von Pretoria. "Gott sei Dank hat niemand ein größeres Problem", meinte Mittelfeldmann Juan Sebastian Veron.

Zuvor hatten Aussagen des Konditionstrainers in Messis Heimat, vor allem aber auch unter den argentinischen Berichterstattern in Südafrika für Unruhe gesorgt. Zwei Tage vor dem WM-Auftaktmatch im Ellis Park von Johannesburg gegen Nigeria war Fernando Signorini von der katalanischen Sportzeitung "Sport" mit den Worten zitiert worden: "Messi kommt müde zur WM." Der Schaden sei auch nicht mehr rückgängig zu machen, wurde er in dem Blatt zitiert.

Messi stand daher in den 15 Minuten, die die riesige Medienschar am Donnerstag das Training beobachten durften, bei jeder Aktion im Fokus. Als der Ausnahmefußballer beim üblichen Zielscheibenschießen auf drei Mitspieler als einziger traf, stand für viele schon fest: Messi ist gut drauf. Trainer Diego Maradona ließ den Linksfuß vom FC Barcelona dann noch ein paar Eckbälle treten. Einträchtig schlenderten beide danach zur Mittellinie zurück und Maradona gab seinem Nachfolger mit der berühmten Nummer 10 noch ein paar Tipps.

Schon bevor Villani das öffentliche Forum nutzte, hatte er mögliche körperliche Schwierigkeiten bei Messi nach der kräftezehrenden Saison mit dem spanischen Meister zurückgewiesen. "Messi trainiert genauso engagiert wie jeder andere mit der Mannschaft", sagte Villani. Messi habe zu keinem Zeitpunkt ein anderes Training als seine Teamkollegen absolviert, betonte der Mediziner. "Messi hat nichts", sagte Argentiniens Pressechef Andrés Ventura der Nachrichtenagentur dpa. "Es gibt keine Verletzung in der Mannschaft."

Ventura wies zwar auch darauf hin, dass viele andere Spieler mehr als 60 Partien in der vergangenen Saison in den Beinen hätten. Genau darauf sei aber auch die Vorbereitung in Pretoria abgestimmt, damit sich die Akteure wieder erholen könnten.

Wie kein anderer Spieler steht Weltfußballer Messi im Fokus der argentinischen Fans - und weltweit. Mit 34 Toren allein in der Primera Division 2009/2010 hatte der "Floh" aus Rosario maßgeblichen Anteil an der geglückten Titelverteidigung Barcelonas. Im Trikot der Nationalmannschaft konnte Messi seine kritischen Landsleute aber noch nicht richtig für sich gewinnen. In der mühsamen Qualifikation der "Albiceleste" überzeugte er nur selten. Der Vorwurf von Kritikern, dass er nicht mit Leib und Seele für Argentinien spiele, brachte Messi in Rage: "Nichts macht mich wütender."

Schließlich lag es in erster Linie an Messis Physis, dass er im Alter von 13 Jahren Argentinien den Rücken kehrte und nach Barcelona umsiedelte. Die teure Medizin zur Behandlung seiner Wachstumsstörungen konnte die Familie nicht bezahlen. Die Katalanen, denen das Ausnahmetalent auf Anhieb aufgefallen war, übernahmen die Kosten - und machten Messi zum besten Fußballer der Welt.