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SZ-Werkstatt:Wie geht David Alaba mit Kritik um?

Serbia v Austria - FIFA 2018 World Cup Qualifier

Steckt in der bislang schwierigsten Phase seiner Karriere: David Alaba.

(Foto: Getty Images)
  • Hoffnungsträger einer Fußballnation? Erstmals in seiner Karriere spürt David Alaba Gegenwind.
  • Insbesondere in seinem Heimatland Österreich wird er mit Kritik überhäuft.
  • Benedikt Warmbrunn erzählt in seinem Werkstattbericht, wie die Recherche in Alabas Umfeld lief.

Wer David Alaba in den sozialen Netzwerken beobachtet, lernt einen fröhlichen jungen Mann kennen. Alaba singt, tanzt, manchmal ist er dort auch mit Usain Bolt, dem schnellsten Mann der Welt, oder mit dem Football-Profi Odell Beckham Jr. zu sehen. Das Bild, das Alaba von sich selbst zeichnet, ist das eines jungen, vergnügten Mannes, dem alles fast schon selbstverständlich zufällt. Und so war das ja auch jahrelang. Bis vor wenigen Tagen.

Seitdem überhäufen sich die österreichischen Medien mit Kritik am Linksverteidiger des FC Bayern, alles hinterfragen sie: seine Einstellung, seine Position, auch Privates. Für uns als FC-Bayern-Reporter hat sich deshalb die Frage gestellt, was sich verändert hat in der Wahrnehmung eines 24-Jährigen, der noch im Frühjahr der Hoffnungsträger einer ganzen Fußballnation war. Und vor allem: Wie geht er, der bisher so leicht durchs Leben schwebte, mit dieser ersten schwierigen Phase seiner Karriere um?

In Österreich kann die Stimmung schnell kippen

In der vergangenen Woche habe ich mich daher mit Menschen aus Alabas Umfeld unterhalten. Einen besonders tiefen Einblick in Alabas Innenleben hat Marcel Koller, der österreichische Nationaltrainer, gewährt. Koller, ein Schweizer, weiß, wie schnell die Stimmung in Österreich kippen kann. Er hat beobachtet, dass Alaba sehr wohl wahrnimmt, dass die Menschen inzwischen mehr von ihm erwarten.

Koller weiß aus Gesprächen mit seinem bekanntesten Spieler aber auch, dass dieser einen nicht minder hohen Anspruch an sich selbst hat. Koller hat daher das Bild von einem jungen Mann gezeichnet, der gerade auf der Suche nach sich selbst ist. Koller sagt: "Lange Zeit hat er von seiner Jugendlichkeit profitiert, jetzt merkt man, dass er ins Erwachsenenalter reinkommt."

Auch David Alaba hat sich Zeit für ein Gespräch genommen. Er wirkte dabei vielleicht nicht wie einer, dem alles fast schon selbstverständlich zufällt. Aber er wirkte weiterhin wie ein vergnügter, junger Mann.

© Süddeutsche.de/ebc

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