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Superclásico River vs Boca:Infantino soll Boca gedroht haben

Tatsächlich wirkte der Polizeieinsatz am Stadion so dilettantisch, dass manche eine Verschwörung witterten. Die Hauptzufahrtsstraße zum Stadion war weiträumig abgesperrt, der Boca-Bus wurde aber über eine andere Route eskortiert - direkt an den River-Ultras vorbei, in den Steinhagel hinein. Ein kleines Wunder war, dass hinter den zersplitterten Seitenfenstern kein Spieler schwerer verletzt wurde.

Das alles geschah keine 200 Meter vom Stadion entfernt, wo die meisten der 66 000 Zuschauer bereits seit 13 Uhr in der brennenden Sonne auf den Anpfiff hinfieberten, ohne Informationen, weshalb sich alles verzögerte - und wohl auch ohne eine Ahnung davon, welche Szenen sich gerade in den Kabinen abspielten.

Da soll etwa Infantino Bocas Team angedroht haben: "Wenn ihr nicht spielt, verliert ihr" (was die Fifa bestritt). Selbst als Pablo Pérez mit Augenverband aus dem Krankenhaus zurückkehrte, sollte die Show weitergehen. Gegen 19 Uhr lief sich das Schiedsrichtergespann warm, zur Musik von Rocky. Bocas Sturmveteran Carlos Teves schimpfte: "Sie zwingen uns zu spielen." Nach der neuerlichen Absage am Sonntag wurde zunächst der 8. Dezember als Ausweichtermin gehandelt.

Das vielleicht traurigste Ergebnis dieses Wochenendes lautet: Die Frage, wer dieses Finale in Überlänge am Ende gewinnen würde, ist fast schon zweitrangig.

© SZ vom 26.11.2018/ebc
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