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Fußball:Angriff auf Mannschaftsbus von Boca Juniors

Bevor der Bus der Boca Juniors von den Anhängern von River Plate angegriffen wurde, verabschiedeten ihn die eigenen Fans friedlich.

(Foto: AFP)

Vor dem Final-Rückspiel der Copa Libertadores werfen Anhänger von River Plate Steine auf das Gefährt - auch Tränengas soll in den Bus gelangt sein. Das Duell wird auf Sonntag verschoben.

Nach einer Attacke auf den Teambus der Boca Juniors durch Fans des Erzrivalen River Plate ist das Final-Rückspiel der Copa Libertadores auf Sonntag verschoben worden. Das teilte der südamerikanische Verband CONMEBOL mit. Vor dem ursprünglich am Samstag angesetzten Stadtduell zwischen den beiden Fußball-Traditionsklubs aus Buenos Aires hatte eine Gruppe von River-Fans den Bus der Gastmannschaft trotz großen Polizeischutzes mit Steinen angegriffen, als er im Monumental-Stadion ankam.

Berichten lokaler Medien zufolge soll beim Versuch der Polizei, die Lage unter Kontrolle zu bringen, Tränengas in den Bus gelangt sein. Fernsehbilder zeigten mehrere Boca-Spieler, darunter den ehemaligen Premier-League-Star Carlos Tevez, hustend und mit tränenden Augen aus dem Bus aussteigen, der mehrere zerbrochene Fenster hatte.

Medienberichten zufolge hatten die Boca Juniors direkt um eine Verlegung des Spiels gebeten, doch zunächst wurde der Anpfiff nur zweimal verschoben. "Wir fühlen uns nicht in der Lage, das Spiel zu bestreiten. Aber wir werden gezwungen zu spielen", hatte Tevez moniert.

"Aus medizinischer Sicht kein Grund für einen Ausfall der Partie"

"Sie haben uns von überall angegriffen", erzählte Boca-Kapitän Pablo Perez, der mit Schnittverletzungen und einer Augenblessur in ein Krankenhaus gebracht wurde, aber mit einem bandagierten linken Auge wieder ins Stadion zurückkehrte. Bocas Generalsekretär Christian Gribauldo hatte zuvor gesagt, dass auch weitere Spieler bei dem Angriff Schnittwunden erlitten hätten.

In einem schriftlichen Statement teilten Ärzte des südamerikanischen Verbandes Conmebol jedoch mit, dass die Verletzungen der Spieler nur "oberflächlich" seien. Deswegen bestehe "aus medizinischer Sicht kein Grund für einen Ausfall der Partie".

Aufgrund der extremen Rivalität der beiden Vereine besitzt das historische erste Finalduell im südamerikanischen Pendant zur Champions League zwischen den beiden Traditionsklubs besondere Brisanz. Seit 2013 dürfen in ganz Argentinien wegen zahlreicher Ausschreitungen keine Gästefans mehr ins Stadion. Das Hinspiel im Boca-Stadion war 2:2 ausgegangen.

© SZ.de/dpa/tbr
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