Bundesliga Havertz trifft, Ascacibar spuckt

Völlig außer sich: Santiago Ascacibar spuckt Kai Havertz an, sieht Rot und muss anschließend von Schiedsrichter Tobias Stieler zurückgehalten werden.

(Foto: dpa)
  • Der VfB Stuttgart verliert durch ein Elfmeter-Tor von Kai Havertz mit 0:1 gegen Bayer Leverkusen.
  • Stuttgarts Santiago Ascacibar spuckt in der Nachspielzeit Kai Havertz an und sieht Rot.
  • Vor dem Spiel meldet die Polizei eine Massenschlägerei in Bad Canstatt. 100 Personen gingen aufeinander los.
Von Martin Schneider

Vor dem Spiel zwischen Stuttgart und Leverkusen war Gewalt ein Thema. Auf dem Markt im Stadtteil Bad Canstatt in Stuttgart fand eine Massenschlägerei statt - rund 100 Personen waren beteiligt. Festgenommen wurden, so sagte es ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur, aber ausschließlich 40 Anhänger von Bayer Leverkusen. Der SWR berichtete, dass es "geringe Sachschäden" gegeben habe, von Verletzten war zunächst nicht die Rede. Es war wohl eine glimpfliche Massenschlägerei.

Dass die 0:1-Niederlage des VfB Stuttgart danachmit einer roten Karte in der 91. Minute gegen Santiago Ascacíbar endete, weil er Kai Havertz anspuckte, passte da auf fiese Art und Weise ins Bild. Eine Schlägerei, eine Spuck-Attacke und null Punkte, weil Havertz zuvor lässig per Elfmeter traf - es war ein maximal gebrauchter Tag für Stuttgart. "Solche Leute braucht man nicht in der Bundesliga", sagte Leverkusens Kevin Volland nach Spiel über Ascacibar.

Stuttgart steckt durch die Niederlage erstmal auf dem Relegationsplatz fest und positiv war an diesem Spieltag aus VfB-Sicht eigentlich nur, dass Schalke 04 am Freitag gegen den 1. FC Nürnberg noch den Ausgleich schoss. Sonst wäre der Club bis auf einen Punkt an den Schwaben dran gewesen.

Gegen Leverkusen kündigte Sportvorstand Thomas Hitzlsperger vor dem Spiel bei Sky an, man wisse, dass Bayer 04 unter Trainer Peter Bosz offensiv spiele - also wolle man hinter die Abwehr kommen. Die erste Halbzeit sah aber dann vor allem so aus, dass Leverkusen versuchte, hinter die Abwehr des VfB zu kommen, der aber wiederum so tief stand, dass dort kaum Platz war. Trainer Markus Weinzierl verzichtete auf Stürmer Mario Gomez und wollte offenbar über den 21-jährigen Nicolas Gonzalez kontern. Das klappte aber nur bedingt und so fror das Spiel ein. Leverkusen hatte mehr Ballbesitz, spielte allerdings sehr zaghaft nach vorne. Der VfB kam nicht in Kontersituationen, erlaubte sich in der Defensive aber auch keinen Fehler.

39 Minuten passierte, von einem Esswein-Schuss abgesehen, mehr oder weniger gar nichts. Dann hatte Kai Havertz, der mit 19 Jahren sein 100. Pflichtspiel für Leverkusen spielte, die erste gute Chance. Aus 13 Metern kam er zum Abschluss, doch sein Ball trudelte am langen Pfosten vorbei. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit rettete VfB-Torwart Ron-Robert Zieler gegen Volland das 0:0. Volland schoss nach einem Eckbal mittig, Zieler lenkte den Ball entscheidend über die Latte ab.

Es ging in der zweiten Halbzeit so weiter, mit dem kleinen Unterschied, dass Leverkusen energischer nach vorne spielte. Aber dass Gonzalo Castro Volland in der 63. Minute recht plump genau im Strafraumeck foulte, während der Leverkusener Stürmer noch mit dem Rücken zum Tor stand, das kam dann doch aus dem sogenannten Nichts. Kai Havertz versenkte den Strafstoß so lässig mit der Innenseite, wie man es sich mit 19 erstmal trauen muss. Er hat nun 13 Saisontore - auch ungewöhnlich für einen Teenager.

Stuttgart agierte nach dem Rückstand minimal offensiver, hatte aber sichtlich Angst, das vorentscheidende 2:0 zu fangen. Nach einem weiteren unglücklichen Foul von Castro hatte Leon Bailey per Freistoß aus zentraler Position die Chance dazu. Doch der Jamaikaner verzog.

Es heißt ja, wenn man in der Tabelle unten drin steckt, dann klappt gar nichts. Als Castro in der 80. Minute in guter Position zum Schuss kam, blockte der eigene Mann, Erik Thommy, den Versuch vor Bayer-Torwart Lukas Hradecky. Mario Gomez kam dann noch für Stuttgart ins Spiel - aber die Chancen hatte Leverkusen. Der ebenfalls eingewechselte Lucas Alario köpfte, Zieler wehrte mit den Fingerspitzen ab.

Dann spuckte Ascacibar und sah Rot, es gab Tumulte. Der Argentinier ging in der Folge noch auf Schiedsrichter Tobias Stieler los und musste von einem VfB-Mitarbeiter Richtung Kabinengang bugsiert werden. Er muss mit einer langen Sperre rechnen. Dann legte sich der Pulverdampf und schließlich war Schluss.

Der VfB Stuttgart muss kommende Woche zu einem vorentscheidenden Spiel nach Augsburg. Leverkusen spielt daheim gegen Nürnberg.

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