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Stürmer vor der WM:WM der Lädierten

Luis Suarez

Luis Suárez: Schockt Uruguay mit Meniskusproblemen

(Foto: AP)

Nicht nur das deutsche Team klagt über ernste Wehwehchen, halb Südamerika bangt um seine Leistungsträger. Messi, Falcao, Suárez und Vidal plagen Verletzungen. Die kommen Gastgeber Brasilien nicht ungelegen.

Lionel Messi kam aufrecht des Weges, immerhin. Das ist schon mal ein Vorteil bei dieser WM der Lädierten. Man übersieht den kleinen Argentinier zwar leicht. Aber schnell bildete sich eine Menschentraube um die Familie, als die Messis am Dienstag in aller Herrgottsfrühe den Flughafen Ezeiza von Buenos Aires erreichten. Im November war der beste Fußballspieler der Welt an Krücken gelandet und wegen einer Muskelverletzung bis Januar geblieben. Und jetzt fragen sich 41 Millionen Landsleute, ob er nach traurigen Wochen in Europa rechtzeitig in Stimmung und Form kommt, um die himmelblauweiße Auswahl in Brasilien endlich zu ihrem dritten Titel zu führen.

Zumindest geht es Messi deutlich besser als prominenten Kollegen. Nicht nur die Deutschen haben ihre Probleme mit den geplagten Körpern von Manuel Neuer, Bastian Schweinsteiger oder Philipp Lahm. Halb Südamerika hinkt, vorneweg Kolumbien und neuerdings auch Uruguay. Die 46 Millionen Kolumbianer sorgen sich schon seit einem Trimester um Radamel Falcao, den Helden der Nation.

Dem Stürmer von AS Monaco war bei einem Pokalspiel im Januar das Kreuzband im linken Knie gerissen, die Monegassen mit ihrem russischen Magnaten hatten ihn 2013 für 60 Millionen Euro erworben. Es war, als zerplatzte in jenem Moment die Hoffnung eines ganzen Landes, denn Kolumbien galt unter seinem argentinischen Trainer José Pekerman als Geheimtipp für die Weltmeisterschaft.

Erst hieß es, Falcaos Teilnahme sei gestorben. Doch die Mediziner machten nach der Operation Hoffnung, und Pekerman berief seinen wichtigsten Mann ins vorläufige Aufgebot. Zuletzt verbreiteten Medien aus Frankreich, der Patient falle definitiv aus und werde das bald bei einer Pressekonferenz mitteilen. Der kolumbianische Fußballverband allerdings teilte mit, Falcao setze sein Aufbautraining fort und werde sich zu seinen Teamgenossen gesellen. In Kürze bekomme man die Ergebnisse mehrerer Tests, berichtete Monacos Vizepräsident Vadim Vasilyev und erinnerte daran, dass eine solche Heilung normalerweise sechs bis acht Monate dauere.

Kolumbien klammert sich an ein Wunder, der Fall interessiert Sportfreunde dort mehr als der Ausgang der Präsidentschaftswahl am Sonntag. Auf Twitter hat Radamel Falcao 4,79 Millionen Follower. Bei Luis Suárez sind es 2,61 Millionen, die bekamen gerade einen kollektiven Schock.