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Streit zwischen Niersbach und Zwanziger:Verbandsspitze stellt sich hinter Niersbach

Die übrige Verbandsspitze stellt sich im aktuellen Streit hinter Niersbach. "Es ist mir als Generalsekretär für das gesamte Haus ein Anliegen zu betonen, dass wir unter Wolfgang Niersbach wieder ein Klima des Vertrauens haben, das zuvor verloren gegangen war", sagt DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock.

Zu Zwanziger befindet er: "Diese öffentlichen Anspielungen sind nicht nur falsch, sondern auch schlechter Stil." Die nächste Eskalationsstufe ist erreicht.

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Natürlich müssen Zwanzigers Vorwürfe geprüft werden. Er wirft dem 63-jährigen Niersbach vor, sich vom Verband übergebührlich entlohnen zu lassen. Über eine Betriebsrente sei nach Niersbach Amtsübernahme ein Ausgleich zwischen der Aufwandsentschädigung für einen DFB-Präsidenten und dem Gehalt eines Generalsekretärs gesucht worden, erklärte Zwanziger. Diesen Posten hatte Niersbach zuvor bekleidet. Es ist eine direkte Aufforderung an die Staatsanwälte, sich diesem Fall doch bitte anzunehmen.

Es ist dennoch der Zeitpunkt, der darüber Aufschluss gibt, wie viel Kalkül offensichtlich hinter Zwanzigers Äußerungen steckt. Seine große Fifa-Reform ist kürzlich krachend gescheitert, am Widerstand der Europäer, auch des DFB. Sein Interview gab er nun just zum WM-Start, was ihm die größtmögliche öffentliche Aufmerksamkeit zusicherte, obwohl er von seinen Vorwürfen, sofern sie denn stimmen, schon viel länger Kenntnis gehabt haben müsste.

Niersbach und Zwanziger werden ihr Nicht-Verhältnis noch eine Weile pflegen müssen. Erst 2015 will Zwanziger aus dem Fifa-Exekutivkomitee zurücktreten, so hat er es angekündigt. Ein früherer Rücktritt wäre eine sehr große Überraschung.