Zweitliga-Derby in Hamburg:HSV verdirbt St. Pauli die Party

Zweitliga-Derby in Hamburg: Ein Ausgleichstreffer, der sich fast wie ein Siegtor anfühlt: Hamburgs Immanuel Pherai (links) bejubelt das 2:2 des HSV, der bereits 0:2 gegen St. Pauli zurücklag.

Ein Ausgleichstreffer, der sich fast wie ein Siegtor anfühlt: Hamburgs Immanuel Pherai (links) bejubelt das 2:2 des HSV, der bereits 0:2 gegen St. Pauli zurücklag.

(Foto: Joern Pollex/Getty Images)

Erst ein Eigentor für den Jahresrückblick, dann überraschende Comeback-Qualitäten: Der Hamburger SV ergattert bei Tabellenführer St. Pauli nach 0:2-Rückstand noch einen Punkt.

Der FC St. Pauli und der HSV haben sich im 110. Hamburger Stadtderby einen unterhaltsamen Schlagabtausch geliefert - ohne Sieger. Tabellenführer St. Pauli hatte beim 2:2 (2:0) im Zweitliga-Spitzenspiel drei Punkte lange im Blick, der HSV bewies im Schneetreiben am Millerntor allerdings Comeback-Qualitäten. Der Vorsprung von St. Pauli auf den ungeliebten Stadtrivalen beträgt damit weiter drei Punkte.

St. Paulis Kapitän Jackson Irvine brachte den Kiez bei klirrender Kälte mit seinem Führungstreffer schnell zum Beben (15. Minute). Ein kurioses Eigentor von HSV-Torhüter Daniel Heuer Fernandes (27.) steigerte die Partystimmung und sorgte für scheinbar klare Verhältnisse. Doch der HSV schlug im zweiten Abschnitt binnen zwei Minuten zurück.

Erst sorgte Torjäger Robert Glatzel mit seinem elften Saisontor für den Anschlusstreffer (58.), kurz darauf erzielte Immanuel Pherai das 2:2. St. Pauli blieb durch das Unentschieden zwar auch im 15. Saisonspiel unbesiegt, mit der anvisierten Stadtmeisterschaft, dem fünften Heimsieg im Derby hintereinander wurde es für das Team von Trainer Fabian Hürzeler aber nichts. Der bislang auswärtsschwache HSV verhinderte indes die vierte Niederlage auf fremdem Platz und dürfte mit dem Remis nicht unglücklich sein.

Schalke siegt klar im Abstiegskampf

St. Pauli hatte die Anfangsphase vor 29 153 Zuschauern im ausverkauften Millerntorstadion von Beginn an dominiert. Irvines Führungstreffer aus zwölf Metern nach einem Eckball war der Ertrag. Was dann kam, dürfte sich in jedem Jahresrückblick wiederfinden: Nach riskantem Zuspiel von HSV-Verteidiger Guilherme Ramos hämmerte sich Heuer Fernandes den Ball aus kurzer Distanz mit voller Wucht selbst unter die Latte. Dass die Kugel kurz vorher aufgrund eines Platzfehlers unberechenbar aufgetippt war, darf zumindest als mildernder Umstand gewertet werden.

Auch offensiv gelang dem HSV bis zur Pause wenig. Auf dem zunehmend seifiger werdenden Rasen hatten die Gäste im zweiten Durchgang dann zwar mehr vom Spiel, dem Anschlusstreffer war allerdings keine Drangphase vorausgegangen. Nach scharfer Hereingabe von Ignace Van der Brempt drückte Glatzel den Ball über die Linie. Nur zwei Minuten später traf Pherai aus der Drehung zum Ausgleich - und mimte vor 2500 HSV-Anhängern den Partycrasher.

Im zweiten Freitagsspiel der zweiten Liga sprang Schalke 04 zumindest vorläufig auf einen Nichtabstiegsplatz. Die Gelsenkirchener setzten sich 4:0 (1:0) gegen den VfL Osnabrück durch und verdarben dessen neuem Trainer Uwe Koschinat den Einstand. Mit nun 16 Punkten belegt Schalke Rang 15, Osnabrück (sieben Punkte) hat als Letzter bereits neun Punkte Rückstand auf S04.

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