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Sport am Wochenende:Probleme für große Klubs

Krise in Liverpool, Pleiten für Arsenal und Chelsea, Kritik an Özil und Khedira bei Real, auch Inter verliert erstmalig. Dazu beklagt der FC Bayern Verletzte - im Fußball und im Basketball. Sport kompakt

Generalprobe verpatzt: Inter Mailand hat vor dem Champions-League-Duell mit Werder Bremen am Mittwoch (20.45 Uhr) erstmals in der laufenden Saison Schwäche gezeigt. Der Titelverteidiger in der Königsklasse und der Serie A kassierte am Samstagabend im Spitzenspiel bei Bayern Münchens Champions-League-Gegner AS Rom eine bittere 0:1-Niederlage. Den Siegtreffer für die Roma, um deren Coach Claudio Ranieri es zuletzt Entlassungsgerüchte gegeben hatte, erzielte Mirko Vucinic in der 90. Minute. "Es ist nicht akzeptabel, in der letzten Minute zu verlieren. Aber das Hauptroblem war nicht das Gegentor, sondern dass wir 15 Mal aufs Tor geschossen habe, ohne zu treffen", sagte Inters spanischer Trainer Rafa Benitez nach dem Tiefschlag in der Schlussminute. Erleichtert gab sich Roma-Trainer Ranieri. Nach der 1:2-Niederlage am Mittwochabend in Brescia hatten italienische Medien schon wild über Pläne des Klubs berichtet, dass Ex-Nationaltrainer Marcello Lippi Ranieri ersetzen soll. "Die Krise ist überwunden", stellte Ranieri zufrieden fest: "Für uns beginnt die Saison jetzt von Neuem." Mut hatte der Trainer mit der Auswechslung von Kapitän Francesco Totti fünf Minuten vor dem Ende beweisen. Der Weltmeister von 2006 verließ wütend das Feld, doch Ranieri behielt Recht: Der für Totti gekommene Vucinic wurde zum Matchwinner. (Ergebnisse und Tabelle der Serie A)

Mesut Özil, r.,  bekommt die harten Madrider Medien zu spüren.

(Foto: AFP)

Ausrutscher im Armenhaus: Real Madrid, der reichste Fußballverein der Welt, kam beim Aufsteiger UD Levante, dem ärmsten Club der spanischen Liga, nur zu einem torlosen Remis. Die Madrider Presse machte nach dem enttäuschenden 0:0 die deutschen Real-Profis Mesut Özil und Sami Khedira als Schwachstellen aus. Der Ex-Bremer und der frühere Stuttgarter mussten sich vorhalten lassen, nicht genügend für den Spielaufbau getan zu haben. Real (11 Punkte) musste die erst am Dienstag eroberte Tabellenführung in der Primera División wieder an den FC Valencia (13) abtreten, der bei Sporting Gijón 2:0 gewann. Titelverteidiger FC Barcelona (12) zog mit einem 3:1-Sieg bei Athletic Bilbao ebenfalls an den "Königlichen" vorbei. Besonders hart ging die Sportzeitung As mit Sami Khedira ins Gericht. "Der Deutsche war praktisch von der Bildfläche verschwunden. Sein Beitrag zum Spielaufbau war gleich null", meinte das Blatt und stufte Khedira als schlechtesten Spieler auf dem Platz ein. Özil wurde vorgeworfen, als Spielmacher kleine Verantwortung übernommen zu haben und ebenfalls in der Versenkung verschwunden zu sein. "Er zeigt zunehmend Anzeichen von Unbeständigkeit, vor allem in den Auswärtsspielen", hielt das Sportblatt Marca dem Ex-Bremer vor, der nach 62 Minuten ausgewechselt wurde. (Ergebnisse und Tabelle der Primera Division)

Der FC Liverpool steckt tief in der Krise, der FC Chelsea ist seine "weiße Weste" los, der FC Arsenal gibt sich selbst Rätsel auf: Bei den drei Top-Klubs aus der englischen Premier League herrschte am Wochenende kollektive Ernüchterung. Doch während bei den Reds und den Gunners Alarmstimmung herrschte, nahm der FC Chelsea das 0:1 bei Manchester City gelassen als Betriebsunfall hin. "Die Mannschaft hat nicht gut gespielt, aber ich finde es schwierig, die Jungs nach dieser ersten Niederlage zu verurteilen. Grundsätzlich läuft es gut bei uns", sagte Chelseas Teammanager Carlo Ancelotti. Citys neuer Kapitän Carlos Tevez hatte die Gastgeber in der 59. Minute mit seinem vierten Tor in den vergangenen drei Spielen zum Sieg geschossen. Nationalspieler Jerome Boateng hatte erstmals Anteil am Erfolg des Teams aus Manchester. Der deutsche WM-Teilnehmer, der seine Knieverletzung auskuriert hat, wurde kurz vor Schluss eingewechselt. Die Stimmung beim FC Liverpool ist im Vergleich zu jener bei Chelsea explosiv. Nach dem peinlichen Aus im Elfmeterschießen im Ligapokal gegen den Viertligisten Northampton Town kamen die Reds gegen den FC Sunderland nicht über ein 2:2 hinaus. Nach nur einem Sieg aus sechs Liga-Spielen konzentrierte sich der Protest der Fans allerdings nicht auf den neuen Teammanager Roy Hodgson, sondern auf die ungeliebten amerikanischen Klubbesitzer Tom Hicks und George Gillett. Der FC Arsenal versäumte es durch ein 2:3 gegen West Bromwich Albion, bis auf einen Punkt zum Tabellenführer Chelsea aufzuschließen - und Teammanager Arsene Wenger war restlos bedient. "Unerklärlich, wie schwach wir waren. Ich habe meine Mannschaft nicht wiedererkannt. Diese Leistung ist mir ein Rätsel", sagte der Franzose. West Brom führte durch Tore von Peter Odemwingie (50.), Gonzalo Jara (52.) und Jerome Thomas (73.) schon 3:0, ehe Samir Nasri (75. /90.+1) wenigstens noch verkürzte. (Ergebnisse und Tabelle der Premier League)

Bayern München muss in den kommenden Wochen auch noch ohne Abwehrspieler Diego Contento auskommen. Der 20 Jahre alte Links-Verteidiger ist am Sonntag an der linken Leiste operiert worden, wie Trainer Louis van Gaal berichtete. Contento werde dem deutschen Fußball-Meister vier bis sechs Wochen fehlen, sagte van Gaal. Wegen Leistenproblemen hatte Contento bereits am Samstag bei der 1:2-Niederlage gegen Bundesliga-Spitzenreiter FSV Mainz 05 pausieren müssen. Im Champions-League-Spiel am Dienstag beim FC Basel muss van Gaal neben dem Abwehrspieler auch auf die ebenfalls verletzten Arjen Robben, Franck Ribéry, David Alaba und Breno verzichten, der nach einem Kreuzbandriss aber wieder im Mannschaftstraining ist.

Basketball-Nationalspieler Steffen Hamann hat sich bei seinem Punktspieldebüt für den Zweitligisten FC Bayern München den Mittelfuß gebrochen. Der 29-Jährige hatte beim 97:69-Auftaktsieg der ambitionierten Münchner gegen den USC Heidelberg am Samstagabend in der 32. Minute einen Schlag auf den rechten Fuß bekommen und wird nach den Ergebnissen der Untersuchungen im Klinikum rechts der Isar bis Ende November ausfallen. Ob die Münchner auf den Ausfall des Spielmachers mit einer weiteren Verpflichtung reagieren, wollte Trainer Dirk Bauermann noch nicht sagen.

FC Bayern: Einzelkritik

Gefallene Götter