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Sport kompakt:Das Beckham-Gesetz

Spaniens Regierung will Fußballstars zur Kasse bitten, Deniz Naki vom FC St. Pauli wird nach seiner provokanten Geste gesperrt und dem AS Rom droht der Ausverkauf.

Fußball-Stars aus dem Ausland sollen vom spanischen Staat zukünftig wieder ordentlich zur Kasse gebeten werden. Die regierende sozialistische Partei erklärte am Dienstag, dass sie Einigkeit mit drei weiteren Parteien über die Abschaffung einer Sondersteuer für ausländische Profis erzielt habe. Das Gesetz wurde 2005 beschlossen und sieht für Spieler, die mehr als 600.000 Euro Gehalt pro Jahr kassieren, eine Reduzierung der Steuerabgabe von 43 auf 24 Prozent vor. Dieses Gesetz wurde "Beckham-Gesetz" genannt, weil es rückwirkend zum 1. Juli 2003 gilt. Das war der erste Arbeitstag von Englands Fußball-Star David Beckham bei Real Madrid nach dessen Wechsel von Manchester United. Die Steuerentlastung wurde eingeführt, um ausländische Stars in die Primera Division zu locken. Das neue Gesetz soll am 1. Januar 2010 in Kraft treten. Somit gilt es nicht für ausländische Stars wie Cristiano Ronaldo oder Zlatan Ibrahimovic, die seit Saisonbeginn bei Real beziehungsweise beim FC Barcelona spielen. ________________________________________________________________

David Beckham

David Beckham spielt von 2003 bis 2007 bei Real Madrid.

(Foto: Foto: Getty)

Deniz Naki vom Zweitligisten FC St. Pauli ist vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) wegen krass sportwidrigen Verhaltens während des Auswärtsspiels bei Hansa Rostock für drei Meisterschaftsspiele gesperrt geworden. Der FC St. Pauli hat die Strafe bereits akzeptiert. Strafmildernd wirkte sich Nakis deutliche Entschuldigung aus, wie der DFB am Mittwoch mitteilte. Der Stürmer hatte am Montagabend bei der Auswärtsbegegnung der Hamburger in Rostock nach seinem Treffer zum 2:0-Endstand mit einer provozierenden Geste die Stimmung auf den Rängen aufgeheizt: Nach seinem Treffer in der 84. Minute deutete er mit der rechten Hand das Abschneiden des Halses in Richtung der Rostocker Fans an. Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer (Herne) hatte die Geste nicht gesehen, sodass der DFB-Kontrollausschuss im Nachhinein ein Ermittlungsverfahren einleitete. Naki, der als Zeichen des Triumphes nach dem Abpfiff auch noch eine St.Pauli-Fahne in den Rasen gerammt hatte, war am Dienstag von seinem Klub für sein Verhalten bereits mit einer Geldstrafe belegt worden, die er einer karitativen Einrichtung zur Verfügung stellt. ________________________________________________________________

Gläubigerbanken setzen den hoch verschuldeten italienischen Fußball-Erstligisten AS Rom unter Druck. Die Mailänder Großbank UniCredit hat zwei Hotels im Besitz der Unternehmerfamilie Sensi, die seit 1993 den AS Rom besitzen, gepfändet. Damit will die Bank einen Teil der rund 400 Millionen Euro eintreiben, die Sensis Erdölgesellschaft Italpetroli, Hauptaktionär des Klubs, der Bank schuldet. Präsidentin Rosella Sensi könnte zum Verkauf des Klubs gezwungen werden. In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Gerüchte über mögliche Interessenten gegeben, es hatte sich jedoch kein Kaufangebot konkretisiert.

Der frühere FIFA-Schiedsrichter Herbert Fandel hat Verständnis für die Entscheidung des Unparteiischen Pedro Proenca (Portugal) gezeigt, der im Champions-League-Spiel von FC Bayern München am Dienstagabend gegen Bordeaux (0:2) ein Handspiel eines Girondins-Profis im eigenen Strafraum nicht geahndet hatte. "Ich kann verstehen, dass die Meinungen in diesem Fall auseinandergehen und die Emotionen hochkochen, aber nur wenn der Spieler eindeutig absichtlich mit der Hand zum Ball geht, wäre dies zu ahnden", sagte Fandel. Er tendiert eher zur Auslegung von Proenca, der nach dem Handspiel von Bordeaux-Verteidiger Michael Ciani vor der Torlinie nach einem Schuss von Miroslav Klose weiterspielen ließ. "Der Spieler hat sich in den Schuss geworfen und den Ball aus kürzester Entfernung an die Hand bekommen. In so einem Fall ist es schwer, Absicht zu unterstellen", erklärte Fandel, der nach dem Ende seiner Referee-Karriere im Sommer 2009 Mitglied im Schiedsrichterausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist. _______________________________________________________________

Der Giro d`Italia könnte in naher Zukunft in Amerika starten. Die US-Bundeshauptstadt Washington will einen Prolog der Italien-Rundfahrt ausrichten und hat offiziellen Angaben zufolge auch schon entsprechende Gespräche mit den Veranstaltern des zweitwichtigsten Mehretappen-Rennens der Welt nach der Tour de France geführt. "Wir haben schon eine Weile die Idee im Hinterkopf, dass der Giro in den USA startet. Jetzt hat Washington konkretes Interesse angemeldet", sagte Giro-Renndirektor Angelo Zomegnan der italienischen Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport. Ein Giro-Start auf einem anderen Kontinent würde ein Novum in der Geschichte der Traditions-Rundfahrten bedeuten. Prologe im Ausland hingegen sind bei Giro und Tour keine Seltenheit mehr. 2010 finden der Giro-Prolog im niederländischen Rotterdam und der Auftakt der Tour in Amsterdam statt. _______________________________________________________________

Die Auslosung der Vorrunden-Gruppen für die WM-Endrunde 2010 in Südafrika am 4. Dezember in Kapstadt wird weltweit in 200 Länder übertragen und sorgt damit für eine Höchstmarke, wie der Internationale Fußball-Verband FIFA am Mittwoch mitteilte. Bei der Endrundenauslosung für die WM 2006 in Deutschland in Leipzig waren im Dezember 2005 lediglich 137 Länder zugeschaltet, insgesamt verfolgten damals 134,5 Millionen Zuschauer vor den Fernsehgeräten das Prozedere. "Die Endrundenauslosung wird die Zuschauer weltweit in ihren Bann ziehen. Wir freuen uns, die 32 qualifizierten Länder endlich in Afrika zu begrüßen und sie am Rhythmus und der Energie unseres Kontinents teilhaben zu lassen. Wir sind überzeugt, dass diese Veranstaltung der perfekte Auftakt zur ersten Weltmeisterschaft in Afrika bilden wird", sagte Südafrikas OK-Chef Danny Jordaan. ______________________________________________________________

Fußball-Zweitligist FC Augsburg lädt einige seiner Fans "als Dank für die Treue" zum Viertelfinal-Spiel im DFB-Pokal gegen Bundesligist 1. FC Köln ein. Alle Besitzer einer Dauerkarte für die Liga-Heimspiele der Schwaben haben beim Duell gegen die Geißböcke sowie bei einem möglichen Halbfinale und beim Testspiel am 10. Januar gegen den 1. FC Nürnberg freien Eintritt. Ausgenommen von der Einladung sind nur Dauerkartenbesitzer im sogenannten Hospitality-Bereich. Da im Pokal die Einnahmeteilung zwischen beiden Kontrahenten vorgeschrieben ist, übernimmt der FC Augsburg den Anteil der Dauerkartenbesitzer, der an den Gegner Köln gezahlt werden muss. Augsburg steht erstmals in seiner Vereinsgeschichte in der Runde der letzten Acht, die am 9. und 10. Februar 2010 stattfindet. _______________________________________________________________

Italiens Fußball-Nationaltrainer Marcello Lippi will keinen Klub mehr trainieren. "Es gibt eine Zeit für alle Dinge im Leben. Ich habe viele schöne und wichtige Spiele erlebt. Ich trainiere aber keinen Klub mehr, Champions-League-Spiele werde ich als Trainer nicht mehr erleben", sagte Lippi der Turiner Tageszeitung La Stampa. Lippi macht sich über seine Zukunft nach der WM-Endrunde 2010 in Südafrika derzeit keine Gedanken. "Ich bin in den nächsten Monaten noch Nationaltrainer, nach der WM werden wir sehen. Sollte die WM für Italien schlecht laufen, wären die Leute nicht froh, wenn ich auf der Trainerbank bleiben würde. Alle würden meinen Kopf verlangen", so Lippi. _______________________________________________________________

Der Manager von 1899 Hoffenheim, Jan Schindelmeiser, schließt den Abgang einiger Leistungsträger zur nächsten Saison nicht aus. "Ich rechne damit, dass es Angebote für unsere Leistungsträger geben wird", sagte Schindelmeiser der Sport Bild: "Wenn uns tatsächlich ein, zwei Spieler verlassen sollten, funktioniert Hoffenheim aber weiter. Dann sind wir vorbereitet." Auf der Wunschliste anderer Vereine stehen unter anderem Carlos Eduardo, der zuletzt erstmals eine Einladung zur brasilianischen Nationalmannschaft erhalten hat, Stürmer Demba Ba, der bereits vor der Saison mit einem Wechsel zum Ligakonkurrenten VfB Stuttgart geliebäugelt hatte, sowie Sejad Salihovic und Nationalverteidiger Andreas Beck. ________________________________________________________________

Dirk Nowitzki überragte wieder einmal alle und wurde sogar vom Gegner mit Lob überhäuft. 40 Punkte, elf Rebounds, fünf Assists und fünf Blocks standen am Ende der Partie gegen Utah Jazz zu Buche und sorgten am Dienstag (Ortszeit) für den 96:85-Erfolg. Allein 29 Punkte erzielte der 31-Jährige aus Würzburg im vierten Viertel. Das hat vor ihm noch kein Spieler der Dallas Mavericks geschafft. Die alte Marke stammt aus dem Jahr 1984 von Mark Aguirre mit 24 Punkten. "Wir haben nur einen kleinen Zündfunken gebraucht", sagte der 2,13 Meter lange Nowitzki nach dem besten Viertel seiner Karriere. Etwas mehr als acht Minuten vor dem Ende lagen die Mavericks schier mit 60:76 zurück. "Da lief gar nichts, es war ein hässliches Spiel", erklärte Nowitzki. Doch plötzlich fand er seinen Wurfrhythmus und der im Vergleich der Vorsaison sieben Kilo leichtere Ausnahme-Basketballer war fortan nur noch durch Fouls zu stoppen. Seine Mitspieler hatten ihre helle Freude. "Wir haben ihn immer weiter gefüttert. Es lief einfach bei ihm, er war nicht zu stoppen", jubelte Mitspieler Shawn Marion. _______________________________________________________________

Stürmer Artur Wichniarek vom Fußball-Bundesliga-Schlusslicht Hertha BSC Berlin hat den ehemaligen Trainer Lucien Favre scharf angegriffen. Im Interview mit der Berliner Zeitung sieht der Pole in der Trainingsarbeit des entlassenen Schweizer Coaches einen Hauptgrund für die momentane Krise des Hauptstadtklubs. "Die Mannschaft ist nicht fit. Alle spielen unter Form, allen fehlt die Spritzigkeit. In der Vorbereitung muss ein großer Fehler passiert sein", sagte Wichniarek. "Wir haben uns zwar sieben Wochen intensiv vorbereitet. Aber einfach gesagt: Das Training lief immer im gleichen Tempo ab. Ich kann jetzt stundenlang laufen, aber ich kann nicht beschleunigen." Gleichzeitig stellte der 32-Jährige, in dieser Saison noch ohne Pflichtspieltreffer, dem neuen Trainer Friedhelm Funkel ein gutes Zeugnis aus: "Er hat das Training total umgestellt. Jetzt gibt es richtiges Fußballer-Training. Das sagt doch alles und hat mich sehr erleichtert. Er fängt bei null an. Aber er führt uns da raus - unser Kader hat mehr Qualität als viele andere. Das kann ich beurteilen", sagte Wichniarek.