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Karriere von Viktoria Rebensburg:Weltklasse vom Tegernsee

Als Juniorin gewann Vicky Rebensburg alles, trotzdem taten ihren überraschenden Olympiasieg 2010 manche als Zufall ab. Doch sie etablierte sich in der Weltspitze - und macht nun Schluss. Ihre Laufbahn in Bildern.

21 Bilder

Viktoria Rebensburg

Quelle: Stephan Jansen/dpa

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Eine große Ski-Karriere geht zu Ende: Vicky Rebensburg sagt dem Rennsport adieu - sie habe in den vergangenen Wochen und Monaten gemerkt gemerkt, dass sie nicht mehr ihr Topniveau erreichen könne, sagte sie in einer Videobotschaft.

Begonnen hatten ihre Erfolge bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver. Dort gewann sie zur Überraschung vieler Gold im Riesenslalom. In den folgenden Jahren bewies die Skifahrerin vom Tegernsee jedoch, dass ihr Olympiasieg kein Zufall war. Stück für Stück arbeitete sie sich in die Weltspitze.

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Quelle: AFP

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Riesenslalom war ihr Kompetenzschwerpunkt. In dieser Disziplin war sie eine der Besten der Welt - doch auch in den schnellen Disziplinen lieferte sie starke Ergebnisse ab, vor allem im Super-G.

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Bereits mit drei Jahren stand Viktoria erstmals auf Skiern. Am Wallberg lag die Trainingsstrecke auch quasi vor der Haustüre. Schon bei den ersten Skirennen in der Schülerklasse erkannten die Trainer ihr besonderes Talent und ihren sportlichen Ehrgeiz. So kam es, dass sie bereits mit 14 Jahren im C-Kader des DSV gegen internationale Konkurrenz um Siege fuhr.

Viktoria Rebensburg;AP

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Neben der Vorbereitung auf das Abitur gewann Rebensburg drei Titel als Junioren-Weltmeisterin im Riesenslalom (im Bild die Siegerehrung in Formigal, Spanien) und Super-G, wofür sie ...

Viktoria Rebensburg;dpa

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... von der Stiftung Deutsche Sporthilfe mit 97 von 100 möglichen Punkten zur "Juniorsportlerin des Jahres 2009" gewählt wurde.

Viktoria Rebensburg;dpa

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Neben der Biathletin Miriam Gössner (links) wurde Viktoria Rebensburg (rechts) auch mit dem "Bayerischen Sportpreis" in der Kategorie "Herausragende Nachwuchssportler" ausgezeichnet. Die Laudatorin war übrigens eine gute Bekannte: Ex-Biathletin Magdalena Neuner (Mitte), die den Preis selbst im Jahr 2007 erhalten hatte.

Viktoria Rebensburg;dpa

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Am 28. Dezember 2009 fuhr Viktoria Rebensburg im Riesenslalom von Lienz erstmals unter die schnellsten Fünf in einem Weltcuprennen, nachdem sie zuvor schon achtmal unter die besten Zehn kam. Der erste Podestplatz folgte am 24. Januar 2010, als sie in Cortina d'Ampezzo - wiederum im Riesenslalom - auf den zweiten Platz fuhr. Durch diese guten Ergebnisse qualifizierte sich die Zollwachtmeisterin für Vancouver.

Viktoria Rebensburg;ddp

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Mit ihrem Olympiasieg bei den Spielen in Vancouver wurde Rebensburg über Nacht weltberühmt. Im Riesenslalom holte sie damals völlig übrerraschend Gold und avancierte von der Nachwuchshoffnung zur gefeierten Siegerin."Olympiasiegerin. Ich glaub', dieser Name gehört nicht zu mir. Das ist unglaublich, der absolute Wahnsinn. Gold ist ein Traum", schwärmte die Skirennfahrerin damals. Bei der Flower-Zeremonie strahlte sie über das ganze Gesicht, ballte noch einmal die Fäuste.

Viktoria Rebensburg

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Nach der Goldmedaille haben einige nicht an dauerhaften Erfolg für Rebensburg geglaubt. "Es hat die Viki fürchterlich gefuchst, dass viele ihren Olympiasieg 2010 als Zufall abgetan haben", sagte Martina Ertl-Renz, die frühere Weltklassefahrerin, die Rebensburgs Karriere begleitet. Und Rebensburg hat ihren Ärger umgewandelt in Leistung.

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In den Jahren darauf etablierte sich Rebensburg in der Weltspitze. Bei der Heim-WM in Garmisch-Partenkirchen 2011 wurde sie zwar nur Fünfte im Riesenslalom. Doch sie rehabilitierte sich schnell und holte sich den Riesenslalom-Gesamtweltcup in der Saison 2011/2012.

Viktoria Rebensburg

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In der Saison 2012/13 holte sie Weltcupsiege in Are (Riesenslalom) und in Cortina d'Ampezzo (Super-G), bei der WM in Schladming gab es einen 8. (Super-G) und 11. Platz (Riesenslalom). Am Ende der Saison belegte sie Rang drei im Riesenslalom.

Sotschi 2014 - Ski alpin

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Die Saison 2013/14 verlief für Rebensburg nicht wie erwartet: Eine Krankheit setzte sie im Dezember 2013 außer Gefecht. Wegen einer Infektion konnte sie nicht trainieren, geschweige denn Rennen absolvieren. Doch zu Olympia nach Sotschi schaffte es Rebensburg trotzdem - und war von der Weltspitze gar nicht weit entfernt. Im Super-G wäre sie beinahe aufs Podest gefahren, wäre da nicht ein gemeiner Patzer am Schlusshang gewesen...

Alpine Skiing - Winter Olympics Day 11

Quelle: Getty Images

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... Fokussiert war Rebensburg aber natürlich auf ihre Paradedisziplin den Riesenslalom. Dort holte sie wenige Tage nach dem Super-G Bronze.

Viktoria Rebensburg

Quelle: AP

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In der folgenden Saison vollzog Rebensburg einen Materialwechsel von Nordica zu Stöckli. Dieser erwies sich für sie als Schlüssel zum Erfolg: In den schnellen Disziplinen ist sie seitdem sogar noch stärker unterwegs als in ihrer eigentlichen Parade-Disziplin Riesenslalom. Beim Abfahrts-Lauf in Val d'Isere beeindruckte sie beispielsweise mit einer kompakten Fahrt und landete schließlich auf dem zweiten Platz.

Audi FIS Alpine Ski World Cup - Women's Downhill

Quelle: Getty Images

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Die neu gewonnene Schnelligkeit untermauerte Rebensburg auch in der Saison 2015/16: Über ihre neuen Skier sagte sie: "Das ist ein Wahnsinnsmaterial. Dadurch habe ich mich Schritt für Schritt herangearbeitet. Ich bin, glaube ich, auf einem sehr hohen Niveau in der Abfahrt, und da möchte ich weitermachen."

Alpine Skiing: FIS World Championships-Women's Giant Slalom Run 2

Quelle: USA Today Sports

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Bei der Ski-WM in Vail 2015 legte Rebensburg im Riesenslalom einen glänzenden zweiten Lauf hin und gewann Silber. Dabei war sie zuvor nicht unbedingt in allerbester Form. Gold gewann wieder einmal Anna Fenninger - aber Rebensburg zeigte mit diesem Rennen: Mit ihr ist im Riesenslalom immer zu rechnen.

Alpine Skiing World Cup 2015/2016 season opener in Soelden

Quelle: Hans Klaus Techt/dpa

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Die Saison 2016/17 verlief weniger erfolgreich für Rebensburg. Nachdem sie rund einen Monat verletzungsbedingt ausfiel, konnte sie nach ihrer Rückkehr keine Weltcupsiege erzielen. Im Laufe der Saison steigerte sie sich aber und verpasste die Bronzemedaille bei der WM im Super-G nur um wenige Hundertstel.

Alpine Skiing Training - Winter Olympics Day 11

Quelle: Getty Images

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Doch in der Olympia-Saison gelangen ihr drei Siege im Riesenslalom: in Sölden, Killington und am Kronplatz. Vor den Spielen in Pyeongchang galt Rebensburg deshalb als Favoritin, doch im Riesenslalom verpasste sie eine Medaille als Vierte um zwölf Hunderstelsekunden. Auch in der Abfahrt lief es für sie nicht optimal. Beim Sieg von Sofia Goggia landete sie weit hinten - es dürfte ihr Abschied von Olympia gewesen sein. Und das mit 28 Jahren.

Ski Alpin Weltcup in Are

Quelle: Marco Trovati/dpa

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Das Jahr 2018 hatte für Rebensburg trotz der verpassten Medaille bei Olympia einen versöhnlichen Ausklang. Die Bayerin sicherte sich die kleine Kristallkugel im Riesenslalom. Durch die wetterbedingte Absage des letzten Riesenslaloms in Are hatte Konkurrentin Tessa Worley keine Gelegenheit mehr, Rebensburg den Disziplinsieg streitig zu machen. In der Gesamtwertung belegte Rebensburg am Ende der Saison den dritten Platz.

Weltcup Italien Super-G Damen

Quelle: dpa

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Für die deutsche Nummer verlief die Saison 2018/2019 dann durchwachsen. Zu Beginn fuhr sie in ihrer stärksten Disziplin - dem Riesenslalom - im französischen Courchevel und in Semmering auf den zweiten Platz. In den Speeddisziplinen suchte Rebensburg dagegen ihre Form: Beim Heimweltcup in Garmisch-Partenkirchen etwa schied sie sowohl im Super-G als auch in der Abfahrt aus, ehe sie im März 2019 im Super G ihren einzigen Saisonsieg in Andorra feierte.

Ereignisreich war für sie auch die Ski-WM im schwedischen Are verlaufen. Rebensburg wollte es noch einmal allen zeigen, sie fuhr stark und gewann Silber im Riesenslalom - doch ganz zufrieden war sie nicht: Nach dem ersten Durchgang hatte sie noch in Führung gelegen. Zudem verpasste sie im Super G nur knapp das Podium.

Ski alpin Weltcup

Quelle: Stephan Jansen/dpa

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So kam es, dass der vergangene Winter dann ihr Letzter als aktive Rennläuferin wurde. Im Dezember 2019 und Februar 2020 gelangen ihr noch einmal zwei Siege in Lake Louise und Garmisch - doch nur einen Tag nach dem hochemotionalen Erfolg auf ihrer Heim-Abfahrt stürzte sie im Super G so heftig, dass ihre Saison beendet war. Sie war in den Fangzaun gekracht und hatte sich am Knie weh getan. Einen weiteren Anlauf im Rennzirkus wollte sie daraufhin offenbar nicht mehr unternehmen.

© SZ/jbe

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