Sieg in Hannover Pizarro mimt den Spielmacher und trifft doppelt

Starke Vorstellung von Claudio Pizarro vor dem Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona: Der Peruaner zeigt beim 6:1-Sieg in Hannover seine Qualitäten als Ideengeber und schießt zusätzlich zwei Tore. Auch Gomez trifft doppelt. Genauso wie die 96er - allerdings nur einmal ins Tor der Bayern.

Auch für Hannover 96 reicht eine B-Elf des FC Bayern München. Drei Tage vor dem Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona hatte der neue deutsche Meister keine Schwierigkeiten, um bei den Niedersachsen 6:1 (3:0) zu gewinnen.

Mühelos setzten sich die Bayern am Samstag vor 49.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena in Hannover nach einem Eigentor von Lars Stindl (16. Minute) sowie Toren von Franck Ribéry (22.), Mario Gomez (40./62.) und Claudio Pizarro (71./86) durch. Hannover kam lediglich zu einem Treffer durch Andre Hoffmann (85.) und hat nach der Niederlage kaum noch Chancen, zum dritten Mal in Folge die Europa League zu erreichen.

Die Bayern zeigten trotz der erneuten Rotation eine starke Vorstellung und begeisterten ihre Fans mit vielen Offensiv-Aktionen. Der 26. Sieg in einer Saison ist eine neue Bestmarke. Zugleich stellten die Bayern bereits vier Spieltage vor Saisonende den Punkterekord von Borussia Dortmund (81 Zähler) aus der vergangenen Saison ein.

Nur Motzki Sammer wird sie schimpfen

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All dies erreichten die Münchner mit einer Elf, die Trainer Heynckes im Vergleich zum Pokalsieg gegen Wolfsburg auf acht Positionen verändert hatte. Bastian Schweinsteiger stand nicht einmal im Kader, um sich für die Partie gegen Lionel Messi und Co. zu schonen. Kapitän Philipp Lahm und Javier Martínez durften auf der Bank durchschnaufen. Bei Hannover 96 stellte Steven Cherundolo auch einen Rekord ein, wenngleich dieser weniger spektakulär war. Der Mannschaftskapitän absolvierte die 298. Bundesliga-Partie seiner Karriere und zog so mit dem bisherigen 96-Rekordhalter Jürgen Bandura gleich.

Vergnüglich war der Nachmittag für den US-Nationalspieler dennoch nicht, vor allem Franck Ribéry narrte ihn bei seinem 45-Minuten-Einsatz einige Male. Das muntere Toreschießen der Bayern begann nach Pfostentreffern von Ribéry (5.) und Pizarro (20.) sowie einem Eigentor von Stindl, der einen Querpass von David Alaba unhaltbar für Ron-Robert Zieler über die Linie lenkte. Das erste eigene Tor erzielte der agile Ribéry nach Pizarro-Pass. Und auch beim anschließenden Treffer von Gomez gab der Peruaner, der auf der Zehner-Position spielte, die Vorarbeit.

Pizarro als starker Spielmacher - Neuer patzt

Nach der Pause durften Ribéry und Thomas Müller sich schonen, wurden durch Xherdan Shaqiri und Arjen Robben ersetzt. Nach einer ruhigeren Viertelstunde traf Gomez nach Flanke von Innenverteidiger Jérôme Boateng, ehe Pizarro noch zweimal selber traf. Gomez nutzte die Gelegenheit, für sich Werbung zu machen, mit zwei Toren. Der Mittelstürmer, der wegen der Sperre von Mario Mandzukic auch auf einen Einsatz gegen Barcelona hoffen darf, agierte wie gewohnt als lauernder Abstauber und nicht als erster Abwehrspieler wie der Kroate. Deutlich stärker agierte Pizarro, der auf der Spielmacher-Position Akzente setzte und auch noch traf.

Spanische Verhältnisse

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Die Bayern-Abwehr wurde wenig gefordert, wirkte aber nicht immer sicher, wenn es mal ernst wurde. In der 26. Minute sah die Defensive bei der besten 96-Torchance schlecht aus, als Mame Diouf nur knapp eine scharfe Hereingabe von Christian Pander verpasste. Insgesamt brachte die 96-Offensive aber wenig Gefahr vor das Tor von Manuel Neuer, der sich einen schweren Patzer leistete. Vor dem ersten Bundesliga-Tor von Hoffmann ließ der Keeper einen Freistoß von Christian Pander aus den Händen rutschen und schenkte den 96ern den Ehrentreffer.