Schach-WM Carlsen spielt zu ungeduldig

Magnus Carlsen.

(Foto: dpa)
  • Weltmeister Magnus Carlsen und Herausforderer Fabiano Caruana spielen bei der Schach-WM in der neunten Partie zum neunten Mal unentschieden.
  • Carlsen erspielt sich einen Vorteil - gibt ihn aber durch einen zu hektischen Zug wieder her.
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Auch die neunte Partie der Schach-WM in London zwischen dem Weltmeister Magnus Carlsen und seinem Herausforderer Fabiano Caruana ist mit einer Punkteteilung zu Ende gegangen. Der 27-jährige Titelverteidiger erspielte sich nach der Eröffnung einen Vorteil, den er durch hektisches Spiel aber wieder hergab. In der Gesamtwertung steht es damit 4,5-4,5.

Carlsen wählte wie in der vierten Partie die Englische Eröffnung und eine harmlose Variante. Allerdings hatte er sie so gut vorbereitet, dass er die ersten 17 Züge im Blitztempo absolvierte und seinen Gegner auf der Uhr unter Druck setzte. Diese Strategie lohnte sich zunächst, denn Caruana setzte im Mittelspiel ohne Not ungenau fort. Carlsen besaß die bessere Bauernstruktur und den besseren Läufer. Anstatt geduldig zu lavieren, preschte er ungeduldig mit dem h-Bauern vor.

Damit wollte er die Königsstellung seines Gegner schwächen, doch er erreichte genau das Gegenteil. Plötzlich war sein König in Gefahr, und er musste durch den Tausch der Schwerfiguren Schlimmeres verhindern. Im Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern und gleicher Bauernanzahl hatte der ein Jahr jüngere Herausforderer dann keine Probleme, das Remis nach 56 Zügen zu sichern.

Die zehnte Partie findet an diesem Donnerstag statt. Caruana eröffnet das Duell mit Weiß. Das Match in London ist auf zwölf Partien angesetzt. Wer zuerst 6,5 Punkte erreicht, krönt sich zum Weltmeister. Bei Gleichstand erfolgt ein Tiebreak. Der Sieger einer Begegnung erhält einen Punkt, bei einem Remis bekommen beide Spieler jeweils 0,5 Punkte. Der Preisfonds beträgt eine Million Dollar.

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Carlsen vs Caruana

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Acht Partien, acht Unentschieden: Im Kampf um die WM neutralisieren sich Carlsen und Caruana bislang - wobei der Herausforderer besser vorbereitet wirkt.   Von Johannes Aumüller