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Primoz Roglic beim Giro d'Italia:Er gewinnt und gewinnt

Der Premierminister gratulierte mit einer handgemalten Skizze (auf der "Rogla" einem gewissen Christopher "Froom" davonfuhr). Im Vorjahr gewann Roglic dann schon die Baskenland-Rundfahrt, die Tour de Romandie und eine weitere Tour-Etappe, in diesem Jahr reüssierte er noch einmal in der Romandie und bei Tirreno-Adriatico. Seine Karriere sei so schnell verlaufen, sagte Roglic schon vor zwei Jahren bei der Tour, da habe er sich kaum Gedanken darüber machen können, was alles hätte schiefgehen können. Und überhaupt: Er habe schon immer in allem gut sein wollen, was er mache, daher kämen wohl seine Allrounder-Fähigkeiten.

Es war jedenfalls schon damals beachtlich, wie Roglic all die Aufregung an sich abperlen ließ - was keine schlechte Idee sein muss in einem Sport, der seine Protagonisten oft in die Verzweiflung treibt. Die einzige Extravaganz, die er sich gönnt, ist der Telemark, mit dem er gerne mal auf dem Siegerpodium landet. Ansonsten wirkt er fast gleichgültig, als sei er eine Maschine, die stets im Ruhezustand verharrt. Als er vor einem Jahr bei der Tour im letzten Zeitfahren Platz drei im Klassement an Froome verlor, saß er vor dem Teambus und zuckte mit den Schultern.

Als französische Reporter vor Jahren vermuteten, Roglic habe in seinem Rad einen Motor versteckt, sagte der Beschuldigte trocken: "Bullshit." Und als ihn Reporter zuletzt beim Giro fragten, warum er eigentlich nie lächele, da lächelte Roglic und sagte: "Vielleicht wirkt das im Rennen so. Aber sonst lächele ich schon. Ich versuche bloß, mich auf den Moment zu konzentrieren. Jetzt denke ich an eure Fragen, morgen denke ich ans Rennen."

Man muss ihm also keine niederen Motive unterstellen, wenn Roglic zuletzt beteuerte, dass der Giro gerade erst richtig beginne, dass er von Tag zu Tag denke, solche Sachen. Tatsächlich bestreitet der 29-Jährige erst seine vierte große Rundfahrt, und Roglic wäre nicht der Erste, der sich nach einem starken Auftakt in den Bergen in Problemen verstrickt. Auf vielen der kommenden Gebirgsetappen stapelte sich zuletzt auch noch immer meterhoch der Schnee neben den Straßen, die Königsetappe am kommenden Dienstag ist weiter gefährdet.

Wobei Roglic sich mit hochalpinen Bedingungen ja durchaus auskennt - aus seinem ersten, mittlerweile sehr fernen Sportlerleben.

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