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Real Madrid:"Vielleicht wird Ramos das noch bereuen"

Es nagt am Gemüt, dass man in dieser Saison schon 13 Niederlagen verdauen musste - sieben davon unter Trainer Santiago Solari, der erst seit Ende Oktober amtiert; insgesamt sechs daheim. Das sind Zahlen, die Schalke 04 zur Referenzgröße stilisieren. Von allen Achtelfinalisten habe nur der Bundesligist in dieser Saison mehr Niederlagen einstecken müssen als Real, rechnete Marca vor. Und als sei das nicht genug, fehlt gegen Ajax Kapitän Sergio Ramos, der die Niederländer provozierte, als er in der Schlussphase des Hinspiels eine Verwarnung und damit eine Gelbsperre provozierte - als sei Real schon durch.

"Vielleicht wird Ramos das noch bereuen", unkte Ajax-Mittelfeldlenker Frenkie De Jong. Ja, vielleicht: Aus Reals Mannschaft kommen Klagen über stressbedingte Ermüdungserscheinungen: "Der Spielplan ist nicht der beste", sagte Verteidiger Dani Carvajal in Anspielung auf die Spiele gegen Barça vom Mittwoch und Samstag.

Die Ajacieds landeten hingegen ausgeruht in Madrid. Sie bekamen am Wochenende spielfrei, um das Duell mit Madrid vorbereiten zu können. Dieses Entgegenkommen ist einem Solidaritätsgefühl in Holland geschuldet, das dem darwinistisch gefärbten Fußball Spaniens fremd ist. Die Klubs der Eredivisie kamen vor wenigen Monaten überein, die Einnahmen aus der Champions League zu teilen - mit dem Ziel, dass sich das Land im Ranking des europäischen Fußballverbandes Uefa verbessert. In Spanien steht das Partikularinteresse über dem großen Ganzen, es herrscht eine Form von Trumpismus, nicht nur, aber vor allem in der Hauptstadt. Das Motto von Klubchef Florentino Pérez ließe sich gut mit: "Real first!" definieren.

Nur: Auf dem Platz ist das gerade nicht der Fall. Umso stärker ruhen die Hoffnungen auf dem deutschen Schiedsrichter Felix Brych, mit dem Real noch nie verloren hat. Kuriosum am Rande: Brych muss wieder mit den Assistenten Mark Borsch und Stefan Lupp antreten, mit denen er sich nach einem Bericht der Bild zerstritten haben soll. In der Partie Schalke gegen Düsseldorf assistierten ihm am Samstag Frederick Assmuth und Thomas Stein. Schalke verlor 0:4. Ob Schalke wirklich in jeder Hinsicht eine Referenzgröße für Real ist, muss dahingestellt bleiben.

© SZ vom 05.03.2019/sgö/ebc
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