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RB Leipzig:Schon die Aufstellung sendete ein Signal

In der Tat hatte RB gleich zu Beginn ein paar gute Gelegenheiten, ehe der Handelfmeter von André Silva Frankfurt in Führung brachte (17.). Aber danach offenbarten sich auch ein paar andere Auffälligkeiten, die teils strukturelle Probleme spiegelten. So zeigte sich einmal mehr, wie schwer sich Leipzig tut, wenn es in Rückstand liegend gegen Konter-Teams spielen muss - und in den vergangenen sechs Spielen geriet man stets in Rückstand. Der Spielaufbau von hinten heraus funktioniert nicht wie gewünscht, und weiter vorne geht es im kleinteiligen Passketten-Spiel dann oft zu uninspiriert und bieder zu.

Dazu kommen ein paar haarsträubende Abspiel-Fehler, am Dienstag praktiziert von Dayot Upamecano vor dem 0:2 durch Filip Kostic (51.). Der Franzose wirkt überspielt, aber draußen lassen kann ihn Nagelsmann auch nicht, weil es in der Defensive angesichts diverser Verletzungen und ausgebliebener Winter-Zugänge an der personellen Substanz fehlt. "Da muss er durch", beschied der RB-Trainer also.

Werner vergibt eine Top-Chance

Nagelsmann selbst hatte seinen Anteil, indem er Torwart Peter Gulacsi und Top-Angreifer Timo Werner auf der Bank ließ. Dafür gab es plausible Argumente, aber es entstand auch das Signal, dass das Pokal-Achtelfinale nicht das allerwichtigste Spiel des Jahres für die Leipziglandschaft sei. Werner immerhin kam später und erzeugte zusammen mit Zugang Dani Olmo mehr Schwung. Aber zu mehr als dem 1:2 durch den Spanier (69.) reichte es nicht mehr, und Werner selbst vergab eine der Top-Chancen der Schlussphase, ehe Kostic in der Nachspielzeit den Endstand erzielte.

Angreifer Poulsen fürchtete nach dem Spiel schon ein Revival der Gipfelkreuz-Rede. "Wir haben teilweise die gleichen Fehler gemacht", sagte er. Die gab es dann nicht, aber während des Spiels fiel auf, wie oft sich Nagelsmann nach vergebenen Chancen oder anderen Unzulänglichkeiten vom Spielfeld abwendete und schimpfend in Richtung Ersatzbank stiefelte.

Neben den vergebenen Chancen hätten ihn auch ein paar strukturelle Sachen gestört, sagte der RB-Trainer später. Aber für Sonntag sei das nicht von allzu großer Relevanz, "weil ich gehe schwer davon aus, dass Bayern ein bisschen anders spielt als Frankfurt. Sie werden wahrscheinlich ein bisschen weniger auf Konter spielen, außer der Hansi Flick hat jetzt noch einen Einfall bis Sonntag." Noch wichtiger wäre wohl für RB, dass der Julian Nagelsmann bis Sonntag noch einen Einfall hat.

© SZ vom 06.02.2020/ska
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