Nur Unentschieden gegen Paok Saloniki Tiefsitzende Unsicherheit

Saloniki zog sich in geschlossener Formation an den Strafraum zurück und gestattete dem Gegner nur den reichlichen Austausch von Querpässen. Näherten sich die Schalker der neuralgischen Zone, wurde es eng. Auf Torchancen warteten die Zuschauer geduldig, aber vergeblich. Schalke fehlten die Räume, um Tempo zu machen, und die Präzision, um mit Kombinationen Lücken zu schaffen. Farfán, Draxler und Meyer blieben immer wieder hängen, und die Flanken der häufig aufrückenden Außenverteidiger Fuchs und Uchida waren leichte Beute für Salonikis Deckung.

Ein auf gut Glück gestarteter Fernschuss von Jermaine Jones in der 31. Minute war die erste nennenswerte Bemühung, das Tor des spanischen Schlussmanns Jacobo zu gefährden. Gleich darauf fiel das Führungstor. Ausnahmsweise verschafften sich die Schalker ein wenig Platz im Strafraum, Mittelstürmer Adam Szalai legte den Ball zu Jefferson Farfán, der einen sehenswerten Schuss folgen ließ - nicht hart, aber extrem präzise.

Das 1:0 löste große Erleichterung im angespannten Publikum aus, die aber bald wieder den gewohnten Sorgen wich. Schalke wurde nicht sicherer durch die Führung, Saloniki dafür angriffslustiger. In der 39. Minute wäre es fast passiert: Chaotische Szenen trugen sich zu, als Uchida und Jones in einer Mischung aus Unglück, Hektik und Ungeschick einen Kontrollverlust auslösten. Den Schuss von Katsouranis konnte Fuchs gerade noch vor der Linie abfangen.

Auch in der zweiten Halbzeit suchten die Griechen das offene Spiel. Warum nicht? Die Schalker hatten ihre tiefsitzende Unsicherheit hinreichend bewiesen, offensiv kamen sie auch mit etwas mehr Platz nicht besser voran. Nach 73 Minuten fiel der mehr oder weniger angekündigte Ausgleich: Der slowakische Angreifer Stocher lief ungestört drauflos und schlenzte den Ball aus zwanzig Metern ins Eck.

Von Heimspielatmosphäre konnte nun keine Rede mehr sein, zumal die Polizei mit einer Einsatzhundertschaft den Schalker Fanblock besetzte - zuvor hatten sich Schalker Anhänger geprügelt. In der allgemeinen Unruhe kam Schalke noch zu zwei guten Chancen, aber sowohl Farfan wie auch Höwedes vergaben. Wenig später verletzte sich der Peruaner bei einem Pressschlag, die bittere Pointe eines bitteren Abends.

Anmerkung der Redaktion: Mittlerweile ist bekannt, warum es zum Einsatz im Schalker Fanblock kam. Es ging um eine mazedonische Fahne. Mehr Informationen und Reaktionen gibt es hier.