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Schalke in den Playoffs zur Champions League:Knüppel, Pfefferspray und ein Unentschieden

FC Schalke 04 v PAOK Saloniki - UEFA Champions League Play-offs: First Leg

20 Minuten vor Spielschluss kommt es zum Polizeieinsatz im Schalker Fanblock.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Es reicht nur zu einem schwachen 1:1, Jefferson Farfán verletzt sich - und dann stürmen auch noch Polizisten den Fanblock. Im Hinspiel der Champions-League-Playoffs gegen Paok Saloniki geht bei Schalke einmal mehr alles schief. Den massiven Polizeieinsatz kritisiert der Verein scharf.

Von Daniel Theweleit, Gelsenkirchen

Es bildeten sich dünne Schweißperlen auf der Stirn von Jens Keller. Natürlich wusste der Trainer des FC Schalke 04, dass er nicht gerade mit Zustimmung rechnen konnte in der Debatte nach dem kargen 1:1 im Playoff-Hinspiel um die Champions-League-Teilnahme gegen Paok Saloniki. "Wir können mit dieser Leistung sehr zufrieden sein", sagte Keller, sprach gar von einer "überragenden ersten Halbzeit", schließlich habe man nicht "gegen irgendeine Mannschaft gespielt". Das waren große Worte für die mittelmäßige Darbietung, aber offenbar haben die Schalker in ihrem Krisensumpf einfach beschlossen, grundsätzlich anderer Meinung zu sein als die meisten Beobachter.

Kapitän Benedikt Höwedes erklärte mehrfach, dass er sich diese Leistung "nicht kaputtreden" lasse und Julian Draxler meinte. "Ich bin sicher, dass wir einen ersten Schritt zur Trendwende hin gemacht haben." Gewiss hatte die Mannschaft besser gespielt als in der desaströsen zweiten Halbzeit am vergangenen Samstag beim 0:4 in Wolfsburg, aber der Champions League würdiger Spitzenfußball sieht anders aus. Da die Schalker sich vor der Saison selbst zu einem Spitzenteam erklärt haben, einige Spieler hatten gar Meisterschaftsambitionen formuliert, wirkt es nun reichlich merkwürdig, dass so ein Spiel derart gelobt wird.

Das Team hatte kaum Torgefahr erzeugt, war zwar durch Jefferson Farfán nach beharrlicher Arbeit verdient mit 1:0 in Führung gegangen (32.), ließ aber in der zweiten Hälfte derart nach, dass der Ausgleich niemanden verwundern durfte (Miroslav Stoch, 73.).

Überzeugend war allein das Publikum, dass all die Fehlpässe und Unsicherheiten tapfer ertrug, es gab keine Pfiffe, niemand schimpfte, offenbar wollten die Leute sich nicht vorwerfen lassen, sie hätten mit ihrem privaten Ärger zu einem Misserfolg beigetragen. Die Lust auf die Gruppenphase erzeugte eine beachtliche Selbstdisziplin. Dennoch kippte die Stimmung 20 Minuten vor dem Abpfiff, als eine große Polizeieinheit einen Block stürmte, in dem sich hauptsächlich Mitglieder der Fangruppe Ultras Gelsenkirchen (UGE) aufhielten.

Es kam zu wilden Prügeleien, in die derart viele Leute involviert wurden, dass jeder im Stadion sich fragen musste, was da los ist. Schlagstöcke und Pfefferspray kamen zum Einsatz, es waren erschreckende Szenen. Die Hintergründe der massiven Aktion wurden nach der Partie klar. Im Schalker Block hing eine Fahne der mit den Gelsenkirchener Ultras befreundeten mazedonischen Fangruppierung "Komiti Skopje", von der sich die griechischen Anhänger angeblich provoziert fühlten. Skopje ist die Hauptstadt Mazedoniens, das seit dem Zerfall Jugoslawiens eine politische Auseinandersetzung mit Griechenland führt.

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