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Neureuther verpasst Sieg in Garmisch:"Das schmerzt sehr"

Enttäuschung pur: Felix Neureuther nach seiner Zielankunft beim Riesenslalom von Garmisch-Partenkirchen.

(Foto: afp)

Felix Neureuther lag nach dem ersten Lauf in Führung und hätte für den ersten deutschen Sieg im Riesenslalom seit 40 Jahren sorgen können. Doch der Lokalmatador patzt im zweiten Durchgang in Garmisch-Partenkirchen und fällt weit zurück. Fritz Dopfer scheidet aus.

Drei Stunden sind eine lange Zeit zum Nachdenken, wenn man vor einem historischen Triumph steht. Dass er überhaupt in diese Situation kam, hatte Felix Neureuther einem fabelhaften ersten Lauf im Riesenslalom von Garmisch-Partenkirchen zu verdanken. Mit 0,24 Sekunden Vorsprung führte er vor dem Franzosen Alexis Pinturault, gleich dahinter ein zweiter deutscher Läufer: Fritz Dopfer.

Dann ging es in die dreistündige Pause zwischen den beiden Durchgängen. Und selbst die Statistiker unter den Skifans mussten wohl erst einmal nachschlagen, wann denn ein Deutscher zum letzen Mal ein Rennen im Riesenslalom gewonnen hatte: Es war Max Rieger, am 2. März 1973 am kanadischen Mont St. Anne - der erste und bisher einzige Sieg eines Deutschen in dieser Disziplin.

Jetzt sollte also der Slalom-Spezialist Felix Neureuther und Athlet des SC Partenkirchen in diese 40 Jahre alten Fußsstapfen treten. Doch ihm versagten am entscheidenden Teil der Strecke die Nerven. Pinturault gewann vor Marcel Hirscher aus Österreich und dem US-Amerikaner Ted Ligety.

Dopfer war im zweiten Lauf als Drittletzter auf die Strecke gegangen und hatte eingefädelt. Ein Fehler, der im Riesenslalom weit seltener vorkommt als im Slalom. Neureuther bekam diesen Ausfall natürlich oben am Start mit. Doch bevor er auf die Strecke ging, legte der Franzose Pinturault einen richtig guten Lauf hin und übernahm mit 0,60 Sekunden die Führung.

Dann kam Neureuther und schien sich überhaupt nicht vom Ausfall seines Teamkollegen Dopfer beeindrucken zu lassen. Seinen Vorsprung auf Pinturault baute er zunächst auf 0,45 Sekunden aus, verlor dann aber und ging mit der gleichen Zwischenzeit in den extrem steilen Teil des Hanges. Und kurz vor dem Übergang in den flachen Schlussteil passierte es: Neureuther rutschte weg, musste hart aufkanten und erwischte so gerade noch das nächste Tor. Doch das Tempo war weg und die Chance auf den Sieg vertan.

"Das schmerzt sehr", sagte Neureuther später, schließlich war es nur "ein kleiner, blöder Fehler". Am Ende landete er auf Rang 12, Rückstand: 2,47 Sekunden. Der dritte deutsche Fahrer, Benedikt Staubitzer, fuhr auf den beachtlichen Rang 15. Hirscher baute seinen Vorsprung im Gesamtweltcup weiter aus. Disziplin-Weltmeister Ligety verteidigte seine Führung im Riesenslalom-Weltcup.

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