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Neue Regeln in der Formel 1:Front für mehr Krach

Formula One Grand Prix of Abu Dhabi

Als Motoren noch laut sein durften: Die Formula 1 in Abu Dhabi im November 2013.

(Foto: dpa)

Ist die Formel 1 zu leise geworden? Und zu umweltfreundlich? Der mächtige Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz kritisiert die Rennserie ausnahmsweise öffentlich - und spielt sogar Ausstiegs-Szenarien seiner Rennteams durch.

Von René Hofmann

Es läuft nicht gut für die Formel 1 zum Auftakt dieser Saison. Am Sonntag steht in Malaysia das zweite Rennen an (Start 10 Uhr MEZ). Die Rennstrecke liegt in Sepang, nicht weit vom Flughafen Kuala Lumpur entfernt. Jenem Flughafen, von dem am 8. März 2014 Malaysia-Airlines-Flugnummer MH370 abhob, der vermisst wird und dessen Suche läuft. In den Hotels rund um den Flughafen und die Rennstrecke sind viele Angehörige einquartiert. Die Zimmer drohen knapp zu werden.

Sollte der Formel-1-Tross auf seine Buchungen bestehen, stünde er als ziemlich herzlos da. Ein Dilemma für das er nichts kann.

Anders aber sieht es mit dem Streit aus, der nach dem Auftaktauftritt vor zwei Wochen in Melbourne entbrannte. Weil die Autos seit Winter von Hybrid-Motoren angetrieben werden, die pro Grand Prix nur noch hundert Kilogramm Benzin verbrennen dürfen, sind sie deutlich leiser geworden. Daran entzündet sich viel Kritik. Am Wochenende reihte sich auch der mächtige Getränkehersteller Dietrich Mateschitz in den Chor der Nörgler ein.

Der 69 Jahre alte Österreicher unterhält zwei Teams (Red Bull und Toro Rosso) und er betreibt die Rennstrecke in Spielberg, auf der die Formel 1 im Sommer wieder Station macht - dank Mateschitz. Dem Kurier sagte der ansonsten gerne Verschwiegene am Wochenende einige bemerkenswerte Sätze. Mateschitz findet, es sei Zeit, "die Formel 1 wieder zu dem zu machen, was sie immer war: die Königsdisziplin". Die Serie sei "weder dazu da, neue Rekorde im Benzinverbrauch aufzustellen, noch dass man sich im Flüsterton während eines Rennens unterhalten kann, das Lauteste der Boxenfunk und das höchste der Gefühle ein quietschender Reifen ist."

Mateschitz kann - wie sein Vorzeigefahrer, der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel - gut mit Formel-1-Vermarkter Bernie Ecclestone. Der 83-Jährige hatte seit den Wintertestfahrten gegen die neue Technik agitiert ("eine Farce"). Nach dem Rennen in Australien, bei dem erstmals das breite Publikum von dem neuen Klang Notiz genommen hatte, hatte Ecclestone seine Kritik noch einmal zugespitzt. Sein Produkt sei für die Kunden derzeit eine Enttäuschung: "Wenn du Erdbeermarmelade kaufst und Erdnussbutter bekommst, bist du verärgert", hatte Ecclestone gesagt.

Auch Vettel, der beim Auftakt wegen eines technischen Defektes ausgeschieden war, hatte sich lustig gemacht: "Es hört sich eher an, als würde der Staubsauger nebenher laufen und nicht, als würde ein Rennauto fahren", hatte der 26-Jährige über die Sechszylinder-Turbo-Motoren gesagt.

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