DFB-Team Löw "ist auf einem ganz anderen Niveau als 2010"

Mittelfeldspieler Toni Kroos.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Vor den Nations-League-Spielen des DFB-Teams gegen die Niederlande und Frankreich lobt Toni Kroos die Arbeit von Bundestrainer Joachim Löw.
  • Löw hat Kroos zufolge die Chance, das Team weiter zu trainieren, "absolut verdient".
  • Timo Werner erklärt, dass sich die Krise des FC Bayern nicht aufs DFB-Team auswirkt.

Fußball-Nationalspieler Toni Kroos hat die Kritik des ehemaligen DFB-Kapitäns Michael Ballack gekontert und Bundestrainer Joachim Löw die richtigen Reaktionen nach dem WM-Debakel bescheinigt. "Ich bin überzeugt, dass wir die Kurve mit Jogi Löw kriegen", sagte der Profi von Real Madrid am Donnerstag in Berlin. "Es ist eine Wortmeldung mehr", sagte Kroos zu Ballacks Aussage, er hätte einen Neustart ohne Löw für richtig gehalten.

Es könne sein, dass das Verhältnis von einem Trainer zu einer Mannschaft ein paar neue Reize brauche. "Aber die können manchmal auch vom selben Trainer kommen, wenn er sich hinterfragt. Das hat er getan", sagte Kroos.

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Löw habe über viele Jahre bewiesen, dass er bereit sei, sich selbst zu entwickeln. "Ich habe es selbst gesehen, das ging bei ihm genauso stetig nach oben", bemerkte der 28 Jahre alte Kroos. Von seiner ganzen Ansprache, von der Qualität des Trainings her sei Löw "jetzt auf einem ganz anderen Niveau als 2010". Und er habe es nach seinen großen Erfolgen in den vielen Jahren vor der WM in Russland "absolut verdient", die Mannschaft weiter zu führen und zu entwickeln.

Zudem verwies Kroos auf Ansprachen, die der Bundestrainer zwischen den WM-Spielen gegen Mexiko und Schweden gehalten habe: "So gut waren die noch nie", lobte er. Das DFB-Team schied dennoch in der Vorrunde aus.

"Dass es bei Bayern nicht so gut läuft, ist das Normalste der Welt"

Die DFB-Elf trifft in der Nations League an diesem Samstag in Amsterdam auf die Niederlande und am Dienstag in Paris auf Frankreich. "Die Duelle klingen gut im Ohr", sagte Kroos: "Von daher sind wir motiviert und streben sechs Punkte an." Zuletzt fiel es der Nationalmannschaft relativ schwer, Tore zu erzielen. Die Bilanz: zehn Treffer in zwölf Spielen. Gegen Frankreich gab es in München ein 0:0, im Test gegen Peru ein 2:1 in Sinsheim. Der Fokus in diesen Spielen habe auf der Defensive gelegen, erklärte der Leipziger Angreifer Timo Werner. Dies habe man "in beiden Spielen ganz gut hinbekommen". Er verwies auf eine "Fülle an Torchancen" - die Mannschaft müsse "vielleicht da noch treffsicherer werden".

Dass die Profis des FC Bayern eine schwächere Phase durchleben, findet Werner nicht weiter schlimm für die Nationalelf: "Dass es bei Bayern nicht so gut läuft, ist das Normalste der Welt", sagte er. Er glaube nicht, dass sich dies aufs DFB-Team auswirke, schließlich handele es sich um eine andere Mannschaft. Ohnehin sei ihm aufgefallen, dass die Bayern-Spieler "immer noch gut drauf" seien: "Die machen immer noch so viele Witze wie zuvor."

Am Freitag fliegt der DFB-Tross nach Amsterdam, wo am frühen Abend auch das Abschlusstraining stattfinden wird. Die Gruppe 1 der höchsten Liga führen die Franzosen, die schon zwei Partien ausgetragen haben, mit vier Punkten vor Deutschland (1) und den Niederlanden (0) an. Der Tabellenerste qualifiziert sich mit den drei weiteren Gruppensiegern der League A für das Finalturnier im Juni 2019. Der Gruppenletzte muss in die League B absteigen.

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