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Nach 0:4 gegen Schalke:Schöne Pässe will Stevens nicht sehen

Die eklatante Abwehrschwäche jedenfalls verfolgt den VfB schon die ganze Saison über. Freistoß Barnetta, 0:1 Choupo-Moting, so ging das los in der ersten Minute. Kopfballvorlage Choupo-Moting, 0:2 Meyer, so ging das weiter in der zehnten Minute. Eckball Barnetta, Kopfball Choupo-Moting, 0:3, damit war das Spiel in der 21. Minute bereits entschieden. Bei fast jedem Freistoß, bei jedem Eckball, bei jeder hohen Flanke kam Schalke zu Torchancen. Als Barnetta in der 61. Minute erneut eine Flanke vors Tor schlug, segelte der Ball eine gefühlte Ewigkeit durch die Luft, doch wieder konnte Choupo-Moting unbedrängt zum Kopfball ansetzen, 0:4.

Timo Baumgartl stand vor ihm, Antonio Rüdiger stand hinter ihm, beide eindeutig zu identifizieren als Schuldige. Bei den ersten beiden Toren des Deutsch-Kameruners war ihm angeblich Martin Harnik als Gegenspieler zugeteilt. Aber so, wie die Stuttgarter Spieler sich verhielten, konnte man bezweifeln, ob sie die Abwehr von Standardsituationen jemals geübt haben.

Huub Stevens versuchte nach einer halben Stunde, mit einem Strategiewechsel der Mannschaft zu helfen. Der eingewechselte Daniel Schwaab reihte sich neben Rüdiger und Baumgartl auf, man verteidigte mit Dreier- statt Viererkette. Florian Klein und Adam Hlousek sollten fortan die Schalker über die Außenbahnen attackieren, doch auch dieser Versuch verpuffte.

Als wegweisend konnte man den Wechsel dennoch werten, denn für Schwaab musste der filigrane Moritz Leitner weichen. Leitner sei eben ein Spieler, "der gern schöne Bälle spielt", erklärte Stevens. Das ist ausdrücklich nicht die Tugend, die Stevens nun braucht: schöne Bälle spielen. Er findet, die Hoffnung auf zukunftsträchtigen Fußball sollen sich alle Beteiligten für ein weiteres Jahr abschminken. Dazu ist diese über Jahre hinweg heruntergewirtschaftete Mannschaft nicht in der Lage.

"Es muss klick machen", forderte Stevens nach der offiziellen Pressekonferenz in kleinerer Runde, mit vorwiegend Stuttgarter Journalisten. Das Klick bezog er nicht nur auf seine Spieler, sondern auch auf den ganzen Verein, die Zuschauer, die Presse. "Auch auf euch kommt es an, Jungs", sagte Stevens mit blitzenden Augen zu den Reportern. Also dann: klick!