3:1-Erfolg in Hannover Glücklicher Sieg für seltsame Bayern

Erleichterung: Ribéry, Schweinsteiger und Robben (von links nach rechts) in Hannover

(Foto: dpa)
Von Lisa Sonnabend

Die Spieler des FC Bayern sind deutsche Meister, viele waren dabei, als der Verein die Champions League gewann, und fünf der Fußballer auf dem Platz sind Weltmeister. Doch am Samstagnachmittag in Hannover interssierte sich niemand für sie. Stattdessen pfiffen die gegnerischen Fans ihre eigene Mannschaft aus. Auch als Dante nach ein paar Minuten einen Pass zu Jérôme Boateng schubste, sahen die Stadionbesucher gar nicht hin, sondern buhten wütend H96-Vereinschef Martin Kind aus. Es schwelt ein Konflikt zwischen den beiden Lagern.

Die Münchner fühlten sich von so viel Desinteresse offenbar pikiert. Sie agierten harmlos, gerieten sogar in Rückstand - und hatten viel Mühe, das Spiel noch zu drehen. Am Ende gewannen sie 3:1 (1:1).

Auch Pep Guardiola zeigte an diesem Samstagnachmittag, dass er wie die H96-Anhänger mit manchen Dingen nicht einverstanden war. Der Bayern-Trainer ließ Franck Ribéry, der im Pokal-Achtelfinale gegen einen Braunschweiger nachgetreten hatte, auf der Ersatzbank Platz nehmen. Immerhin wurde dem Franzosen dort nicht langweilig: Bastian Schweinsteiger und Robert Lewandowski saßen neben ihm.

FC Bayern in der Einzelkritik

Auf dem Hosenboden ins Tor geschubst

Das Überraschende an diesem Nachmittag war: Der FC Bayern begann mit einer extrem defensiven Aufstellung. Boateng, Dante und Holger Badstuber verteidigten, aber auch der Ribéry-Ersatz Juan Bernat, Rafinha und David Alaba standen auf dem Platz - und die verstehen es mindestens genauso gut, den Gegner vom eigenen Tor fernzuhalten wie Tore zu schießen.

Gefährlich wurden die Münchner trotzdem. In der siebten Minute zirkelte Alaba einen Freistoß ähnlich kunstvoll aufs Tor wie wenige Tage zuvor im Pokalachtelfinale. Doch Hannovers Torhüter Ron-Robert Zieler spitzelte den Ball über die Latte. Trotz der vielen begabten Defensiv-Akteure gerieten die Münchner in Bedrängnis. Artur Sobiech ließ den strauchelnden Dante aussehen wie den hüftsteifen Verteidiger eines Dorfvereins, er entkam mit Leichtigkeit und rannte alleine aufs Tor zu. Doch Badstuber holte ihn gerade rechtzeitig noch ein (17.).

Dantes Fauxpas wenige Minuten später war dann noch fataler: Jimmy Briand gab weiter zu Hiroshi Kiyotake in die Strafraummitte. Der Japaner täuschte links an, zog dann aber rechts am verdutzten Dante vorbei. Er traf durch die Beine des Brasilianers hindurch zur Führung (25.).

Nur drei Minuten später gelang dem Tabellenführer allerdings der Ausgleich. Xabi Alonso trat an zum Freistoß. Dabei rutschte der Spanier weg, so dass er auf dem Hosenboden landete. Der Ball erreichte dadurch die perfekte Flugbahn und landete in der linken, oberen Torecke.