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Basketball:Wie die Bayern sich Greg Monroe angelten

Greg Monroe wechselt aus der NBA zum FC Bayern

Greg Monroe spielte zuletzt unter anderem für die Toronto Raptors - und bald für den FC Bayern.

(Foto: dpa)
  • Der FC Bayern Basketball holt mit NBA-Profi Greg Monroe eine prominente Verstärkung.
  • Der Centerspieler absolvierte hunderte Spiele in der US-Liga - und soll den Münchnern vor allem unter dem Korb helfen.
  • Er steht für die Transferoffensive des Klubs - es sollen noch weitere Spieler folgen.

Und plötzlich ging alles ganz schnell, erzählt Marko Pesic. Als Center Devin Booker wider Erwarten nicht bei den Basketballern des FC Bayern München verlängerte und sich für die lukrativere Offerte von Khimki Moskau entschieden hatte, war wieder Platz unter dem Münchner Korb. "Wir hatten ein paar weitere Optionen", erklärt der Geschäftsführer lapidar. Eine davon war Gregory "Greg" Keith Monroe Jr. - und schon steht der Amerikaner als neuer Center für die kommende Saison beim deutschen Meister unter Vertrag. "So zehn Tage" hätten die Verhandlungen gedauert, sagt Pesic, für einen Spieler dieser Kategorie wahrlich ein flotter Vorgang: "Das war eigentlich total einfach und unkompliziert."

Der Blick auf die bisherige Karriere des 29-Jährigen zeigt, dass sich die Münchner in Dimensionen bewegen, die der Bundesliga-Konkurrenz tiefe Sorgenfalten auf die Stirn treiben sollte. Denn Monroe ist ein gestandener NBA-Akteur, verbrachte seine bisherige Karriere ausschließlich in der weltbesten Profiliga und wird in München sein Debüt außerhalb der NBA feiern. Von 2015 bis 2018 spielte der wuchtige Center, der 120 Kilogramm Muskelmasse auf 2,11 Meter Größe verteilt, beispielsweise für die Milwaukee Bucks, allein dieses dreijährige Engagement soll Monroe 50 Millionen Dollar eingebracht haben.

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Beim FC Bayern dürfte er im mittleren sechsstelligen Bereich einzuordnen sein, also nicht des Geldes wegen kommen. Vielmehr zeigt der Transfer Ähnlichkeiten zu dem von Derrick Williams vor einem Jahr. Wie der Flügelspieler, der sich nun für ein Salär von angeblich zwei Millionen Euro netto dem Euroleague-Spitzenklub Fenerbahçe Istanbul angeschlossen hat, hatte Monroe zuletzt kein gutes Jahr in der NBA erwischt.

Monroe freut sich riesig auf den FC Bayern

In der vergangenen Saison war er bei vier verschiedenen Klubs notiert, freilich sind die Milwaukee Bucks, die Boston Celtics, der aktuelle NBA-Champion Toronto Raptors und zuletzt die Philadelphia 76ers allesamt gute Adressen. "Ich freue mich riesig auf den FC Bayern und auf München, auf Deutschland und die Euroleague", lässt Monroe ausrichten, der sich derzeit noch in seiner Heimatstadt New Orleans im US-Bundesstaat Louisiana, aufhält. Was man halt so sagt, wenn man sich auf eine neue Liga, ein neues Land und einen neuen Kontinent einlässt.

Er wisse schon, dass die Münchner Meister sind und in der Euroleague spielen, Letzteres dürfte für seine Entscheidung die tragende Rolle gespielt haben: "Die Euroleague bietet den höchsten Wettbewerb außerhalb der NBA." Und die Euroleague ist keine Einbahnstraße mehr. Der Makel, dass NBA-Spieler den Weg aus Europa nicht mehr zurück nach Amerika finden, ist nachhaltig widerlegt. Spieler wie Williams und nun eben Monroe können im Herbst ihrer Karriere ihren Horizont erweitern und Titel gewinnen - was sich in der NBA schwerer gestaltet.