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Mick Schumacher:Jede zweite Frage dreht sich um seinen Vater

FILE PHOTO: Mick Schumacher at Bahrain Grand Prix

Sein ganzes Gesicht lacht mit: Mick Schumacher.

(Foto: REUTERS)
  • Mick Schumacher macht große Fortschritte als Rennfahrer, muss sich aber ständig zu seinem Vater Michael äußern.
  • Seine Managerin versucht, den Rummel zu dosieren.
  • Mick Schumacher bleibt auch bei seltsamen Fragen höflich.

Ein weißes Zelt, etwa 50 weiße Stühle, dazu ein weißer Tisch. Das ist die Kulisse. Überaus pünktlich erscheint Mick Schumacher in der sogenannten "Vip-Hospitality der Formel 2", an seiner Seite läuft Sabine Kehm, die allgegenwärtige Managerin, die schon seinen Vater begleitet hat. Kehm und Schumacher bahnen sich den Weg vorbei an den weißen Stühlen, auf denen nun Journalisten aus allerlei Ländern sitzen. Aus England, Brasilien, Kanada. Schumacher blickt freundlich in die Runde, er weiß ja inzwischen wie so eine Medienrunde abläuft. Schumacher setzt sich hinter den weißen Tisch, lächelt. Alles wie erwartet, alles unter Kontrolle. Bis auf diese singuläre Unwägbarkeit: das dicke Fernsehmikrofon, das jemand vor ihm zentral auf den Tisch gelegt und in Richtung seines Stuhls ausgerichtet hat.

Schumacher blickt zu Kehm. "Nehmen, oder liegenlassen?" Kehm steht an seiner Seite, schaut auf ihn hinab wie einer dieser Engel, die in Kirchen unterhalb der Kanzel schweben. "Liegenlassen. Ist Absicht."

Nicht, dass die Welt untergegangen wäre, hätte Mick Schumacher ein Mikrofon in die Hand genommen, das eine andere Bestimmung hat. Aber warum etwas falsch machen, wenn es auch richtig gemacht werden kann? Also lässt er es liegen.

Sieben Kurven der Formel 1

"Ich war einfach nur dumm"

Mick Schumacher hat sich den Rummel nicht gewünscht

Und dann geht es los in der "Vip-Hospitality" der Nachwuchsrennserie Formel 2, in der es zum ersten Mal in ihrer Geschichte tatsächlich eine Person von großer Bedeutung zu geben scheint: Mick Schumacher, 20 Jahre alt, Sohn eines siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters, seit dieser Saison angestellt beim sogenannten Prema Powerteam. An zwei Rennwochenenden ist er gefahren. Und nun gibt er vor dem dritten gleich zwei Presserunden, eine auf Englisch, eine auf Deutsch.

Mick Schumacher, der sich den Rummel um seine Person weder ausgesucht noch gewünscht hat, ist exzellent auf diesen vorbereitet. Irgendwann sagt er: "Das Interesse an mir ist ja stetig gewachsen. Dadurch konnte ich mich gut dran gewöhnen. Aber es ist schon erstaunlich, wie viele Leute hier sind." Dann lächelt er. Wie sein Vater. Nicht nur mit dem Mund. Sein ganzes Gesicht lacht mit.

Am Donnerstagmorgen war eine beliebte Frage unter den Journalisten am Circuit de Catalunya bei Barcelona, wo denn wohl diese Vip-Hospitality der Formel 2 überhaupt zu finden wäre? Wer zur Formel 2 will, muss zunächst die Formel 1 verlassen. Er muss ein Drehkreuz passieren, dann betritt er eine Welt, in der alles so ähnlich aussieht wie in der Formel 1, nur kleiner. Die Lastwagen, die sich in der Königsklasse zu Palästen entfalten lassen, gibt es auch in der Formel 2. Dort entfalten sie sich allerdings nicht. Sie erhalten lediglich ein weißes Vordach, wie man sie von den Campingbullis kennt.