Sieben Kurven der Formel 1"Ich war einfach nur dumm"

Charles Leclerc hadert, bei Sebastian Vettel passt etwas nicht zusammen - und der Chef der Silberpfeile ist Weltmeister im Tiefstapeln. Die Höhepunkte des Formel-1-Wochenendes.

Toto Wolff

Der Herr über die Silberpfeile hat so seine Prinzipien: "Umso erfolgreicher Du bist, umso demütiger musst Du sein." Champion im Tiefstapeln ist Mercedes damit schon, mit einem Abstand, der noch größer sein dürfte als der am Kaspischen Meer auf Ferrari. Die Titelverteidiger haben den vierten Doppelerfolg in Serie geholt, das hat noch gar kein Team in 1001 Formel-1-Rennen geschafft. Wie gut für die Harmonie, dass die Siege halbe-halbe auf die beiden Fahrer verteilt sind. Mercedes verfährt bei der Stallorder so: Freie Fahrt auf den Geraden, und sich in den Kurven nicht in die Quere kommen. Die Mannschaft dahinter wehrt alle nominellen Vorteile von Ferrari mit einer Souveränität ab, die fast schon lässig scheint - aber das genaue Gegenteil davon ist. Die Siegerpfeil-Fraktion reagiert besser, taktiert klug und stellt sich perfekt auf die Gegebenheiten ein.

Das Pech der anderen hilft da schon mal, aber die große Effizienz liegt darin begründet, stur den eigenen Plan zu verfolgen, und sich nicht in unnötige Scharmützel verwickeln zu lassen. Die Ruhe im Team kommt noch dazu. Entspannt stellt sich Teamchef Wolff dem Vorwurf, schon wieder gewonnen zu haben: "Wir reden uns nicht absichtlich schlecht..."

Bild: Getty Images 29. April 2019, 08:482019-04-29 08:48:54 © SZ.de/jbe