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Mats Hummels:Der beste deutsche Innenverteidiger

DFB Cup - First Round - KFC Uerdingen v Borussia Dortmund

Holt Joachim Löw ihn zurück? Mats Hummels ist der derzeit beste deutsche Innenverteidiger.

(Foto: REUTERS)

Es spricht vieles dafür, dass der Bundestrainer Mats Hummels in die DFB-Elf zurückholt - auch wenn dessen Meinungsfreude manchmal anstrengend ist.

Man muss sich den Sommer 2020 nur einmal in einer düsteren Variante vorstellen, dann wird eine schwierige Entscheidung etwas leichter. Im Sommer 2020 könnte Niklas Süle vom FC Bayern München nach seinem Kreuzbandriss vom Wochenende als Abwehrchef des Nationalteams bei der Europameisterschaft ausfallen. Die EM sei für Süle "ad acta" gelegt, hat gerade sein Klubpräsident Uli Hoeneß gesagt.

Wenn das stimmt, müssten wohl Antonio Rüdiger vom FC Chelsea und Matthias Ginter von Borussia Mönchengladbach die Innenverteidigung bilden. Währenddessen würde der derzeit beste deutsche Innenverteidiger vielleicht subtil beleidigte Sprüche aus dem Urlaub twittern. Der derzeit beste deutsche Innenverteidiger heißt Mats Hummels.

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Die Verletzung von Niklas Süle ist eine unglückliche Geschichte, zuvorderst erst einmal für Niklas Süle, aber auch für den Bundestrainer Joachim Löw. Gerade etabliert sich in der Nationalelf die junge Generation, als deren Gesichter Serge Gnabry, Joshua Kimmich oder eben Süle gelten, den Löw einen "Fixpunkt in unseren Planungen" nennt. Und nun gibt es eine Debatte darüber, dass er den Umbruch in Teilen rückgängig machen soll - indem er den mit Jérôme Boateng und Thomas Müller verabschiedeten Hummels, 30, zurückholt. Es wäre nicht vollends konsequent. Es spricht trotzdem viel dafür.

Hummels Meinungsfreude gefällt naturgemäß nicht allen

Allein aus sportlichen Gründen war die Ausbootung von Hummels im März bereits deutlich umstrittener als die von Boateng und die von Müller, der inzwischen selbst beim FC Bayern nur noch Ersatzspieler ist. Allerdings wäre es mit Hummels schwierig gewesen, eine neue Hierarchie in der Mannschaft zu etablieren. Seine Meinungsfreude, die sich nicht zuletzt in Tweets wie jenem im Winter äußerte, in dem er seine persönliche Statistik lobte, gefällt naturgemäß nicht jedem. Sie kann auch anstrengend sein.

Doch die Situation im Fall einer Rückkehr wäre eine neue: Hummels könnte kaum mit dem Anspruch wiederkommen, dass beim DFB nun alles so läuft, wie er sich das vorstellt. Er müsste sich einordnen, als erfahrener Spieler an der Seite vieler junger. In Dortmund, wo er seit seiner Rückkehr zum BVB im Sommer eine ähnliche Rolle spielt, ist er bislang noch nicht mit dem Versuch aufgefallen, sich öffentlich von Schuld am schwierigen Saisonstart freizusprechen. Er spielt einfach gut Fußball. Dass er weiterhin die Qualität hat, in der Nationalelf aufzulaufen, steht außer Frage. Er hat Schnelligkeitsdefizite, die ein Spieler wie Rüdiger an seiner Seite kompensieren könnte. Seine Fähigkeiten im Spielaufbau sind in Deutschland jedoch unerreicht, ähnlich ist es mit seinem Stellungsspiel, dem Timing im Zweikampf, seiner Kopfballstärke. In Dortmund zeigt er das gerade jede Woche.

Neulich, als Deutschland in Dortmund gegen Argentinien spielte, gab es ein Wiedersehen am Trainingsplatz, Hummels umarmte Kimmich. "Halloooooo", twitterte Hummels zum entsprechenden Foto. Sechs "o" könnten wirklich ernst gemeinte Freude bedeutet haben.

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