Lukas Podolski in Italien Wenn selbst die Eckfahne zum Hindernis wird

In Italien stark in der Kritik: Lukas Podolski

(Foto: dpa)
  • Die Kritik an Lukas Podolski bei Inter Mailand wird schärfer.
  • Nach dem 0:1 gegen den AC Florenz kommt die Presse zu einem vernichtenden Urteil - nicht nur wegen eines verunglückten Eckballs.
  • Hier geht es zur Tabelle der Serie A.

Manchmal sagt eine Kurzaufnahme wesentlich mehr aus als eine Analyse von 90 Minuten. Es war eine Szene aus der 16. Minute des Heimspiels von Inter Mailand gegen den AC Florenz am Sonntagabend. Der Weltmeister nahm zwei Schritte Anlauf, holte mit dem linken Schwungbein aus - und trat mit der Fußspitze an die Eckfahne. Der Ball hoppelte ein paar Meter ins Feld hinein, Podolski hüpfte kurz auf einem Bein.

Auf den verpixelten Videos im Netz sieht Podolskis verunglückter Eckstoß reichlich dümmlich aus. Gnadenlos hämisch reagierte die Netzgemeinde auf das Missgeschick. Podolskis Eckenhoppler passt derzeit gut in jenes traurige Bild, das der 29-Jährige seit seinem Wechsel nach Italien abliefert.

Auch Trainer Mancini kritisiert Podolski öffentlich

Sieben Wochen nach seinem Abschied vom FC Arsenal scheint es für Podolski beim neuen Arbeitgeber Inter Mailand alles andere als nach Wunsch zu verlaufen. Nach dem 0:1 (0:0) gegen Florenz mehren sich die Stimmen, Podolski sei schlichtweg nicht mehr jener gefürchtete Stürmer, der er einst war. Die italienischen Zeitungen bedachten den deutschen Weltmeister nicht nur mit den schlechtesten Noten aller Inter-Spieler, die renommierte Gazzetta dello Sport verstieg sich sogar zu der Behauptung, Podolski sei "schädlich für das Spiel".

Selbst Inter-Trainer Roberto Mancini scheint seinen Winter-Stareinkauf von vor sieben Wochen bereits zu bereuen. "Von ihm erwarte ich deutlich mehr", sagte Mancini, der Podolski in der 66. Minute für den früheren Bayernspieler Xherdan Shaqiri ausgewechselt hatte. "Shaqiri war nach seiner Einwechslung sehr gut. Im Nachhinein denke ich mir, ich hätte ihn von Anfang an bringen müssen", sagte Mancini.

"Fehler wie seine kann man nicht machen"

Der Corriere dello Sport verglich die beiden Spieler direkt und kam zu einem eindeutigen Ergebnis: "Im Winter hat Inter zwei Stürmer erworben. Einen starken - und einen anderen, der das Spiel dieser Mannschaft immer noch nicht begriffen hat. Das ist Podolski", schrieb die Sportzeitung. Die Szene vom missratenen Eckball lief in den sozialen Netzwerken rauf und runter. Nach 580 Einsatzminuten in acht Pflichtspielen (7-mal Serie A, einmal Pokal) für seinen neuen Verein wartet Podolski noch auf sein erstes Tor in Italien. "Er schläft. Fehler wie seine kann man nicht machen", kommentierte die Gazzetta dello Sport. Dabei hatte sich der 29-Jährige vor dem Spiel Inspiration bei Roberto Baggio geholt, am Samstag ein Foto mit der Legende des italienischen Fußballs getwittert. Tags darauf gab es bisher nichts Neues von Podolski auf Twitter.

Auch das Duell der "Legionäre" mit Mario Gomez fiel aus, denn Gomez stand nicht im Kader der Fiorentina - dabei hatte er am Donnerstag gegen Tottenham Hotspur (2:0) noch sein erstes Europa-League-Tor seit einem Jahr erzielt. Podolski darf in der Europa League nicht ran: Inter konnte nur einen Spieler nachmelden und entschied sich für Shaqiri. Besser läuft es für Miroslav Klose. Der deutsche WM-Rekordschütze traf für Lazio Rom vier Minuten nach seiner Einwechslung per Kopf zum 2:0 (70.) bei Sassuolo Calcio, am Ende stand es 3:0. Mitspieler Felipe Anderson lobte Klose als Anführer und Ratgeber. "Miro ermutigt uns immer. Er ist großartig. Bei jedem Training gibt er uns jüngeren Spielern gute Ratschläge", sagte der Brasilianer.