bedeckt München 16°
vgwortpixel

Ski alpin:Skifahrer Luitz verliert ersten Weltcup-Sieg

Stefan Luitz 2018 in Saalbach-Hinterglemm

Stefan Luitz hielt die Anti-Doping-Regularien nicht ein.

(Foto: dpa)

Der Ski-Weltverband FIS erkennt dem deutschen Rennläufer nachträglich seinen Erfolg in Beaver Creek ab. Durch die Nutzung von Sauerstoff habe er gegen Anti-Doping-Regeln verstoßen.

Skirennläufer Stefan Luitz hat seinen ersten Weltcup-Sieg wieder verloren. Wie der Ski-Weltverband FIS am Donnerstag bekannt gab, habe der Allgäuer am 2. Dezember beim Riesenslalom in Beaver Creek/USA durch die Nutzung von Sauerstoff gegen die Anti-Doping-Regeln verstoßen. Der Sieg werde Luitz daher aberkannt, er muss auch sein Preisgeld in Höhe von rund 40.000 Euro zurückgeben. Luitz will dagegen aber juristisch vorgehen. Sieger des Rennens ist vorläufig Marcel Hirscher (Österreich).

Luitz hatte in Beaver Creek zwischen beiden Läufen Sauerstoff eingeatmet, die Nutzung bei einem Rennen ist laut Artikel 2.12 der FIS-Anti-Doping-Regeln allerdings untersagt. Im Gegensatz zum Training. Die FIS wies in ihrer Begründung nun auch selbst darauf hin, dass die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) die Nutzung von Sauerstoff nicht verbiete, "bestimmte wissenschaftliche und medizinische Ausrüstung" sei nach ihrem Reglement an den Wettkampfstätten aber untersagt. Zudem betonte die FIS, Luitz' Vergehen sei kein Dopingverstoß, sondern ein Regelverstoß.

Ski alpin Der Fall Luitz darf nicht bagatellisiert werden

Ski alpin

Der Fall Luitz darf nicht bagatellisiert werden

Die Sauerstoffeinnahme von Stefan Luitz war nach Lage der Dinge eine grobe Fahrlässigkeit des Deutschen Skiverbandes und kein Doping. Dennoch sollte nicht zu viel Nachsicht gezeigt werden.   Kommentar von Thomas Kistner

Luitz will nun beim Internationalen Sportgerichtshof CAS eine einstweilige Aussetzung des FIS-Urteils beantragen. Er würde damit zunächst auch seine 100 Weltcuppunkte für seinen Sieg in Beaver Creek behalten und damit auch seinen derzeitigen Platz in der Startliste, zunächst für das Rennen in Adelboden am Samstag. Offiziell Einspruch gegen die Disqualifikation beim CAS kann er bis zum 31. Januar einlegen. "Wir haben vollstes Verständnis für die weiteren Schritte, die Stefan Luitz jetzt gehen möchte", sagte DSV-Sprecher Ralph Eder.

Luitz hatte die nachträgliche Disqualifikation Mitte Dezember nach reiflicher Überlegung zunächst nicht akzeptiert und kurz nach Weihnachten eine Anhörung bei der FIS verlangt. Er halte die Disqualifikation "für ungerecht", sagte er. Der Deutsche Skiverband (DSV) hatte sich in dem Fall erwartungsgemäß hinter den 26 Jahre alten Allgäuer gestellt, den Verstoß mehrfach eingeräumt und betont, er sei sich des Verbots von Sauerstoff durch die FIS an einer Rennstrecke nicht bewusst gewesen. Die WADA erlaubt die Sauerstoffnutzung seit Januar 2018.

Die Meinungen im Weltcup über die Behandlung von Luitz waren bisher geteilt gewesen. Angesprochen auf die mögliche Strafe hatte selbst FIS-Renndirektor Markus Waldner zunächst gesagt: "Es kann auch eine Verwarnung sein - was wir alle hoffen." Es wäre "Wahnsinn", sollte Luitz der Sieg nachträglich aberkannt werden, betonte Hirscher. Andere, etwa die Norweger um Aksel Lund Svindal, bezeichneten den Vorfall "als sehr traurig" für Luitz, betonten aber auch: "Regel ist Regel".

In der offiziellen Ergebnisliste der FIS taucht bei Luitz seit Donnerstagmittag nun der Eintrag "DSQ2" auf, heißt: Im zweiten Lauf disqualifiziert. In den darauf folgenden Rennen hatte der 26-Jährige erkennbar mit der Sauerstoff-Affäre zu kämpfen. Im Riesenslalom von Val d'Isere belegte er nur Rang 30, danach in Alta Badia, wo ihm im Dezember 2017 das Kreuzband gerissen war, Rang 20. danach aber ging es schon aufwärts. Kurz vor Weihnachten meldete sich Luitz in Saalbach-Hinterglemm als Vierter in der Weltspitze zurück.

Ski alpin Der Fall mit der Sauerstoffflasche

Ski alpin

Der Fall mit der Sauerstoffflasche

Stefan Luitz atmete bei seinem Riesenslalom-Sieg in Beaver Creek zusätzlichen Sauerstoff ein und muss nun nachträglich mit einer Disqualifikation rechnen. Der Deutsche Skiverband gesteht Fehler ein.   Von Felix Haselsteiner