Lisicki-Finale auf Sky Wimbledon-Endspiel läuft nur im Pay-TV

Nach dem Finaleinzug von Sabine Lisicki versuchte die ARD, dem Bezahlsender Sky die Übertragungsrechte für das Endspiel abzukaufen. Doch Sky lehnt das Angebot ab. Tennis-Bundestrainerin Barbara Rittner greift die öffentlich-rechtlichen Sender daraufhin scharf an.

Für die deutschen Sportfans kündigt ein ungewöhnliches Ereignis an: Zum ersten Mal seit 14 Jahren findet ein Finale beim Tennisturnier in Wimbledon wieder mit deutscher Beteiligung statt, Erinnerungen kommen hoch an die Final-Wochenenden mit Steffi Graf, Boris Becker und Michael Stich. Noch gewöhnungsbedrüftiger für viele ist aber, dass das Finale zwischen Sabine Lisicki und Marion Bartoli nicht im frei empfangbaren TV zu sehen ist.

Der Pay-TV-Sender Sky hält die deutschen Exklusivrechte am Turnier und wies am Donnerstagend eine erste Anfrage der ARD zurück. Der ist nach dem hoch emotionalen Halbfinal-Sieg von Lisicki gegen die Polin Agnieszka Radwanska eingefallen, nun doch das Finale übertragen zu wollen. "Ich kann die Anfrage der ARD bestätigen. Mehr können wir dazu nicht sagen", erklärte Dirk Grosse, Leiter der Sky-Sportkommunikation.

Allerdings sagte Sky dann doch mehr. Sprecher Ralph Fürther erklärte dem Medienmagazin DWDL.de: Man habe das Angebot "eingehend geprüft und für nicht ausreichend erachtet. Dies bedeutet, dass Sky das Endspiel von Sabine Lisicki am Samstag live und exklusiv übertragen wird."

Tennisspielerin Sabine Lisicki

Das Stehauf-Mädchen

Nach den ersten Meldungen ärgerte sich Bundestrainerin Barbara Rittner enorm darüber, dass viele Menschen das Spiel nicht werden sehen können: "Das Wimbledon Finale nicht auf ARD oder ZDF!!! Der Verlierer hier ist der Tennis Sport. Sehr schwach liebe Öffentlich Rechtlichen!!!", schrieb sie in ihrem Twitter-Kanal. Und legte noch eins drauf: "Aber Hauptsache wir wissen wie die dritte Liga im Fußball aussieht!!! Einfach nur traurig!"

Der Münchner Bezahlsender Sky hat inzwischen mehr als 3,4 Millionen Abonnenten. Im Free-TV sind im Gegensatz zu den drei anderen Grand-Slam-Turnieren Australian-Open, French-Open und US-Open (alle bei Eurosport) keine Live-Bilder aus Wimbledon zu sehen. "Wir sind sehr happy, dass wir das Wimbledon-Turnier haben", sagte Grosse. Der bestehende Dreijahresvertrag endet am Sonntag mit dem Männer-Finale (alle restlichen Spiele in Wimbledon gibt es außerdem im Liveticker bei SZ.de). Die Ausschreibung für einen neuen Dreijahresvertrag läuft. Die Prognose, dass sich dann auch wieder die Öffentlich-Rechtlichen um die Rechte am populärsten Tennis-Turnier der Welt bemühen werden, liegt nahe.

Die Einschaltquoten für die Sky-Übertragungen fallen im Vergleich zu frei empfangbaren Sendern deutlich geringer aus. Das Halbfinale gegen Radwanska sahen nach Angaben des Senders 230.000 Zuschauer, was für Sky schon eine sehr gute Quote ist. Zuvor hatten 60.000 Tennis-Fans den Erfolg im Viertelfinale gegen die Estin Kaia Kanepi verfolgt. Etwas mehr (77.000) waren es eine Runde zuvor beim Sensationssieg gegen die Weltranglisten-Erste Serena Williams gewesen. 140.000 Zuschauer schauten am Montagabend beim Aus von Tommy Haas gegen Novak Djokovic zu.