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DFB-Pokal:Regionalligist trifft jeden Elfmeter

1. FC Saarbruecken v Karlsruher SC - DFB Cup

Freut sich: Saarbrücken-Torwart Daniel Batz

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Die Partie zwischen Regionalligist Saarbrücken und Zweitligist Karlsruhe entscheidet sich im Elfmeterschießen. Saarbrücken gewinnt.
  • Bayer Leverkusen hat gegen den VfB Stuttgart Chancen in Serie, gewinnt aber nur mit Glück.
  • Union Berlin knackt den Regionalligisten Verl erst spät.
  • Zu den Ergebnissen aus dem DFB-Pokal geht es hier.

Regionalligist 1.FC Saarbrücken ist die nächste große Überraschung im DFB-Pokal gelungen. Mit einem 5:3 (0:0, 0:0)-Sieg im Elfmeterschießen über den Zweitligisten Karlsruher SC machte der große Außenseiter am Mittwochabend den ersten Einzug ins Viertelfinale seit 1985 perfekt. Dort ist Saarbrücken alleiniger Amateurvertreter im Kampf mit sieben Bundesligisten. Christopher Schorch verwandelte den entscheidenden Strafstoß.

Den 6800 Zuschauern im ausverkauften Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen wurde lange nur sehr wenig geboten. In einer sehr durchwachsenen Partie boten beide Teams keine Lösungen in der Offensive an. Karlsruhe kam nur nach zwei Standardsituationen zu gefährlichen Abschlüssen durch David Pisot (2. Minute) und Daniel Gordon (36.). Saarbrücken kam sogar erst in der 85. Minute durch Gillian Jurcher zur ersten Möglichkeit. Auch in der Verlängerung passierte nicht viel.

Während Saarbrückens neuer Trainer Lukas Kwasniok gegen seinen Ex-Verein einen perfekten Einstand feierte, verschärft sich die Krise des KSC. Nur zwei Tage nach der Beurlaubung von Trainer Alois Schwartz konnte auch Interimscoach Christian Eichner den Abwärtstrend nicht stoppen.

Nachdem zuvor bereits Zweitligist Jahn Regensburg (3:2) sowie Bundesligist 1. FC Köln (3:2) im Saarland scheiterten, geht die überraschende Pokalreise des letzten verbleibenden Nicht-Bundesligisten weiter. Auch in der Runde der letzten Acht ist am 3. oder 4. März nun ein Heimspiel garantiert.

VfB verhilft Leverkusen zum Sieg

Bayer Leverkusen hat den Ligafrust vorerst abgeschüttelt, das Viertelfinale des DFB-Pokals allerdings nur mit Mühe erreicht. Die Mannschaft von Trainer Peter Bosz tat sich beim glücklichen 2:1 (0:0) gegen den Zweitligisten VfB Stuttgart lange schwer - doch der Traum vom ersten Finale in Berlin seit 2009 lebt weiter.

VfB-Torhüter Fabian Bredlow verhalf den Rheinländern, die sich zumindest etwas von der bitteren Pleite in Hoffenheim zuletzt (1:2) erholen konnten, erst mit seinem Eigentor (71.) zum Weiterkommen, auch vor dem Treffer von Lucas Alario (83.) machte der Keeper keine gute Figur. Im Hinblick auf das Bundesliga-Topspiel am Samstag (18.30 Uhr/Sky) gegen Borussia Dortmund muss sich der Tabellenfünfte aber deutlich steigern. Den Anschluss für den VfB erzielte Silas Wamangituka (85.).

Union knackt Verl spät

Der 1. FC Union Berlin hat sich auf dem Weg ins erste Pokal-Viertelfinale seit 19 Jahren auch von Favoritenschreck SC Verl nicht aufhalten lassen. Der Bundesligist gewann das Achtelfinalspiel beim Regionalligisten aus Ostwestfalen am Mittwoch mühevoll mit 1:0 (0:0) und steht damit erstmals seit 2001 in der Runde der letzten acht Teams im Cup-Wettbewerb.

In der mit 5153 Zuschauern ausverkauften Sportclub-Arena feierten die etwa 1500 mitgereisten Union-Fans den Treffer von Robert Andrich, dessen Rechtsschuss von der Strafraumgrenze unter der Latte einschlug (86. Minute). Der Tabellenzweite der Regionalliga West, der in den beiden Runden zuvor gegen den FC Augsburg und Holstein Kiel für Pokalüberraschungen gesorgt hatte, war lange Zeit ein gleichwertiger Gegner, konnte sich im Angriff aber nicht entscheidend durchsetzen.

© SZ.de/sid/dpa/sonn

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