Bayers 4:0 gegen Union:Drei Leverkusener Tore durch drei Abwehrspieler

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Zwei Leverkusener Garanten: Odilon Kossounou und Jonathan Tah - beide trafen gegen Union. (Foto: THILO SCHMUELGEN/REUTERS)

Da sind die Bayern wieder Zweiter: Bayer 04 zeigt gegen Union, warum man Tabellenführer der Liga ist. Die Treffer erzielen überwiegend Defensivspieler - für die Berliner kommen harte Zeiten.

Den Bundesliga-Startrekord eingestellt, die Vereinsbestmarke geknackt - Bayer Leverkusen wird mehr und mehr zu einem echten Titelaspiranten und zum größten Kontrahenten des FC Bayern. Beim 4:0 (1:0) über Union Berlin setzte die weiter ungeschlagene Mannschaft von Fußball-Lehrer Xabi Alonso ihre starke Phase fort und stellte mit sieben Siegen in Serie den Vereinsrekord ein.

Ungeachtet der Reisestrapazen nach dem Europa League-Erfolg drei Tage zuvor bei Karabach Agdam (1:0) in Baku bot der Bundesliga-Tabellenführer eine souveräne Vorstellung und kam vor 29 387 Zuschauern in der ausverkauften BayArena nach Treffern von Alejandro Grimaldo (23.), Odilon Kossounou (56.), Jonathan Tah (73.) und Nathan Tella (83.) zum zehnten Erfolg in der elften Partie. 31 Punkte nach elf Spielen gelangen bislang nur Pep Guardiola als Bayern-Coach 2015/16 - mit dem heutigen Leverkusen-Trainer Xabi Alonso als Spieler.

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Dagegen hält der dramatische Abwärtstrend der Berliner auch nach dem 1:1-Achtungserfolg in der Champions League bei der SSC Neapel weiter an. In Leverkusen mussten die Eisernen die bereits neunte Bundesliga-Niederlage in Serie hinnehmen und stürzten auf den letzten Tabellenplatz ab. Ein weiteres Alarmsignal: 419 Minuten ohne Torerfolg gab es für Union im Fußball-Oberhaus noch nie. Die andauernde Misere dürfte den Druck auf Trainer Urs Fischer weiter erhöhen, auch wenn die Fans in erstaunlicher Treue zu ihm halten.

In der Hoffnung auf eine ähnliche couragierte Vorstellung seines Teams wie in Neapel vier Tage zuvor vertraute Fischer der nahezu gleichen Startelf. Nur Axel Kral ersetzte den gesperrten Rani Khedira. Das konnte jedoch nicht verhindern, dass die Werkself von Beginn an die Regie übernahm. Ein früher Rückstand blieb den Gästen erspart, als Schiedsrichter Timo Gerlach eine Elfmeterentscheidung nach einem angeblichen Handspiel von Paul Jaeckel (16.) auf Intervention des Kölner Videokellers zurücknahm. Doch der Druck der Leverkusener nahm stetig zu.

Nur sieben Minuten später war die dichte Union-Deckung dann doch geknackt. Der sehenswerte Fernschuss des unlängst erstmals für die spanische Nationalelf nominierten Grimaldo aus halblinker Position senkte sich in den hinteren Torwinkel und bescherte dem Spitzenreiter die Führung. Das hohe Tempo und das gekonnte Kombinationsspiel der Leverkusener bereiteten den Berlinern große Probleme. Die wenigen Versuche, mit eigenen Angriffen für Entlastung zu sorgen, verpufften zumeist wirkungslos.

So entwickelte sich eine einseitige Partie mit klaren Vorteilen für den Gastgeber. Allerdings verpasste der es, daraus mehr Kapital zu schlagen. Chancen durch Kossounou (27.) und Florian Wirtz (45.), auf 2:0 zu erhöhen, blieben ungenutzt. Dagegen näherten sich die Eisernen nur einmal vor der Halbzeit dem Bayer-Tor an. Der Kopfball von Janik Haberer (43.) war aber kein Problem für Torhüter Lukas Hradecky. Nach Wiederanpfiff drückte die Alonso-Elf weiter aufs Tempo - und wurde schnell belohnt.

Eine Ecke von Jonas Hofmann beförderte Abwehrspieler Kossounou per Kopfball ins Netz. Angesichts der großen Überlegenheit schien damit bereits die Vorentscheidung gefallen zu sein. In der restlichen Spielzeit bereitete es den Leverkusenern wenig Mühe, die Führung nicht nur zu verwalten, sondern durch die Treffer von Tah und Tella noch auszubauen.

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