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Kritiker beim FC Bayern:"Unser alter Freund Lothar Matthäus"

Müller sagte am Donnerstag, dass die Aussagen des Trainer-Experten für ihn "kein Thema" seien: "Das ist sein Job." Er berührte damit aber genau jenen Punkt, um den es in der Diskussion um Scholl geht: Spricht da nun der TV-Kommentator? Spricht der Klub-Angestellte? Oder lässt sich das gerade wieder nicht so recht auseinanderhalten? Müller, dessen Ende in der zweiten Bayern-Mannschaft mit den Anfängen von Scholls erster Amtszeit zusammenfiel, findet, dass dies eine "ungewöhnliche Konstellation" sei, die "nicht optimal ist". All die Experten seien aber "eher ein Thema des Vereins, nicht der Spieler".

Die Sache mit den Gurus hat sich jüngst so entwickelt, dass sich nun Karl-Heinz Rummenigge im Vorwort des Stadionhefts für das Heimspiel am Samstag gegen Mainz ausführlich zu all den "sogenannten Experten" äußert. Der Vorstandsvorsitzende thematisiert darin in süffisantem Tonfall die Aussagen rund um den 40-Millionen-Euro-Zugang Javier Martínez. Er wundert sich etwa, dass "der frühere Weltklassefußballer Thomas Berthold, der zu seiner Zeit bei Bayern München die Massen in Ekstase versetzte", sich selbst in Kommentaren über den finanziellen Wert von Martínez widerspreche.

Auch "unser alter Freund Lothar Matthäus" wird erwähnt, die "Thesen Oliver Kahns" oder Thomas Helmer "mit seiner spitzfindigen Art".

Rummenigge entlädt in seinem Vorwort fürs breite Publikum reichlich Unmut über die Seitenwechsler aus dem eigenen Verein, er schreibt: "Grundvoraussetzung für so einen Job ist ja: Man muss einmal im Leben beim FC Bayern München gespielt haben, dann ist man qualifiziert als Experte. (. . .) Manchmal habe ich das Gefühl: Viele Fußballer unterschreiben sofort bei ihrem Wechsel zum FC Bayern einen Vorvertrag als Experte."

Scholl erwähnt Rummenigge in dem Vorwort explizit nicht, aber er äußert sich zu dessen Doppel-Job ja ohnehin fast wöchentlich, Tenor: 2014 müsse sich Scholl entscheiden - Trainer oder Experte? Eine sehr sanfte Drohung. Nach der WM läuft sowohl Mehmet Scholls Vertrag als Experte als auch der beim FC Bayern aus. Und den Vertrag bei der ARD hatte Scholl lange vor seiner Zusage an den FC Bayern unterschrieben.

© SZ vom 14.09.2012/ebc

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