Krise beim FC Chelsea Mourinho taugt nur noch als Pappfigur

Die Anhängerschaft Mourinhos vergeringert sich immer mehr.

(Foto: REUTERS)
  • Der FC Chelsea verliert 0:1 bei Stoke City. Es war bereits die siebte Niederlage im zwölften Saisonspiel.
  • Trainer José Mourinho steht kurz vor dem Aus.
  • In den kommenden Tagen soll wohl über einen Nachfolger entschieden werden.

Das Original war nicht da. Stadionverbot. Aber auf Pappe war das Konterfei von José Mourinho noch zahlreich vertreten, als der englische Meister FC Chelsea am Samstag den nächsten Tiefpunkt erlebte: ein 0:1 (0:0) bei Stoke City. Die meisten Chelsea-Fans stehen offenbar weiterhin zu "The Special One", obwohl sich die Mannschaft in der Nähe der Abstiegsplätze festzusetzen droht. Allein, es dürfte dem Portugiesen nichts mehr nützen.

Hilflos musste José Mourinho diesmal am Fernsehschirm zusehen, wie sein Team immer tiefer in die Krise rutscht. In einem Hotelzimmer. Mourinho war vom englischen Verband FA für eine Partie gesperrt worden, weil er sich jüngst mal wieder mit einem Schiedsrichter angelegt hatte. Die Daily Mail kommentierte: "Auch im wärmsten Hotelzimmer wird er langsam um seinen Job zittern." Die Sunday Times schrieb vom "Heartbreak Hotel".

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Laut englischer Medien will Chelsea- Eigentümer Roman Abramowitsch in der Länderspielpause eine Entscheidung treffen. Die Zahlen sind alarmierend: Drei Ligapleiten in Serie gab es für die Londoner zuletzt vor 16 Jahren und seit der Übernahme durch Abramowitsch noch nie. Von zwölf Saisonspielen haben die Blues sieben verloren. Zum Vergleich: In der gesamten vergangenen Saison gab es lediglich drei Niederlagen. Als mögliche Übergangskandidaten bis zum Sommer gelten der frühere Liverpool-Coach Brendan Rodgers, der ehemalige Schalke-Trainer Roberto Di Matteo und der Niederländer Guus Hiddink.

Abramowitsch will offenbar Diego Simeone von Atlético Madrid

In der neuen Spielzeit würde Abramowitsch gerne Diego Simeone von Atlético Madrid auf der Trainerbank an der Stamford Bridge sehen. Doch vorher würde es erst mal teuer: Laut Daily Star würde eine Entlassung des Trainers rund 51 Millionen Euro kosten; erst im Sommer verlängerte Mourinho seinen Vertrag bis 2019.

Personell hat sich im Vergleich zur Vorsaison kaum etwas verändert, der Kader ist gespickt mit Weltklassespielern - nur laufen diese ihrer Form seit Wochen hinterher. Und offenbar hat Mourinho die Mannschaft gespalten. Es soll eine umfängliche Opposition geben, andererseits sagte zum Beispiel Torhüter Asmir Begovic: "Wir stehen hinter unserem Manager. Wir denken, er ist der richtige Mann und jemand, für den wir hart arbeiten. Wir wollten ein gutes Ergebnis für ihn holen. Sein Spirit ist immer da." Die Entscheidung, ob es mit ihm weitergehe, liege aber natürlich "nicht in unseren Händen", sagte Begovic.

Nach dem Auftritt in Stoke ist es unwahrscheinlich, dass Mourinho bleibt - dabei hatten sie beim FC Chelsea einiges auf die Beine gestellt, damit der Trainer seine Mannschaft auch vom Hotel aus coachen konnte. "Allein mit seiner Mini-Bar und seiner Hosenpresse dürfte sich Mourinho gefragt haben, wann sein Glück zurückkehrt", ätzte zwar der Telegraph. Allerdings war der Trainer wohl gar nicht allein, sondern mit seinen Assistenten Steve Holland and Rui Faria direkt verbunden. Fotos zeigen ein präpariertes Klemmbrett mit einem diskret integrierten Sprechfunkgerät. Doch auch mit derlei technischen Tricks war Chelseas siebte Saisonniederlage nicht zu verhindern. Der ehemalige Bremer Marko Arnautovic sorgte in der 53. Minute per Seitfallzieher für den entscheidenden Treffer für Stoke.