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Köln gegen Leverkusen:Doppel-Rot in der Nachspielzeit

1. FC Köln - Bayer Leverkusen

Schiedsrichter Manuel Gräfe (2.v.l.) zeigt dem Kölner Wendell die gelb-rote Karte.

(Foto: dpa)

Leverkusens Sieg in Köln steht fest, da wird es hitzig: Erst sieht Bittencourt glatt Rot, dann fliegt auch Wendell vom Platz.

Bayer Leverkusen hat die Patzer der Konkurrenz genutzt. Mit dem souveränen 2:0 (2:0) im Nachbarschaftsduell beim 1. FC Köln rückte die Werkself am Sonntag zum Abschluss des 29. Spieltags der Fußball-Bundesliga auf Platz vier vor und hat bei nur noch einem Zähler Rückstand auf Hertha BSC sogar die direkte Qualifikation für die Königsklasse vor Augen. Julian Brandt (39. Minute) und Javier Chicharito Hernandez (44.) erzielten die Tore für Bayer, das seine Aufholjagd im Rennen um einen Platz in der Champions League mit dem vierten Ligasieg in Serie ohne Gegentor fortsetzte.

In einer hitzigen Nachspielzeit sah der Kölner Leonardo Bittencourt die Rote Karte und Leverkusens Wendell Gelb-Rot. Köln muss sich nach der vierten Heimniederlage in Serie bei nur sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang 16 wieder nach unten orientieren, kann in den direkten Duellen gegen die Abstiegskonkurrenz aus Darmstadt, Augsburg und Bremen aber alle Zweifel beseitigen.

Leverkusen belohnt sich mit zwei Toren

50 000 Zuschauer in der ausverkauften Arena sahen zunächst eine offene Partie. Bayer war balltechnisch sicherer, die Kölner gaben aber nicht klein bei und versuchten selbst immer wieder, offensiv Akzente zu setzen. In der dritten Minute ließ Bayer-Torwart Bernd Leno den Ball bei einem Schuss von Simon Zoller nach vorne abprallen - aber ohne Konsequenz. Sein Kölner Kollege Timo Horn musste in der 14. Minute bei einer scharfen Freistoßflanke von Hakan Calhanoglu eingreifen.

Gefährlicher wurde es, als Bittencourt (36.) erst im letzten Moment von Bayer-Verteidiger Wendell gestoppt werden konnte. Der Brasilianer fehlt Leverkusen nach seinem Platzverweis im nächsten Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt wie sein gelb-gesperrter Abwehrkollege André Ramalho.

Leverkusen verstärkte den Druck und belohnte sich mit zwei sehenswerten Toren. Karim Bellarabi bediente Brandt und der schoss zum dritten Treffer im dritten Ligaspiel in Serie ein. Kurz darauf legte Nationalspieler Bellarabi auch für Chicharito auf, der kraftvoll zu seinem 16. Saisontor traf.

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Calhanoglu trifft den Pfosten

Köln versuchte, in der zweiten Halbzeit mehr Offensivkraft zu entwickeln. Viele Zuspiele waren unpräzise, aber Chancen zumindest für das Anschlusstor gab es reichlich. Zoller (59.) zwang Leno per Kopfball zu einer gewagten Parade direkt am Pfosten. Gegen Bittencourt (69.) war der Bayer-Keeper mit dem Fuß zur Stelle. Auch Marcel Hartel (86.) konnte den gut aufgelegten Leno nicht überwinden.

Leverkusen spielte nicht mehr mit dem Schwung der Schlussphase im ersten Abschnitt - aber cool genug, um den Sieg nicht zu gefährden. Der eingewechselte Stefan Kießling (81.) und Calhanoglu (90.+4) mit einem Freistoß an den Pfosten hätte sogar noch erhöhen müssen. Kurz darauf wurde es richtig hitzig. Bittencourt foulte Admir Mehmedi rüde. Im folgenden Handgemenge griff Wendell Filip Mladenovic an den Hals und musste wie Bittencourt vom Platz. "Das war unnötig. Das Spiel war gelaufen", sagte Bayer-Trainer Roger Schmidt zum späten Aufreger.