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Klaus Allofs bei Werder Bremen:Rückkehr auf der anderen Seite

VfL Wolfsburg v TSG 1899 Hoffenheim - Bundesliga

Erstmals in Bremen zu Gast: Wolfsburgs Manager Klaus Allofs.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Vor seinem Abschied als Manager bei Werder Bremen hatte Klaus Allofs erklärt, er hinterlasse ein Team mit Zukunft. Bei seiner Rückkehr mit dem VfL Wolfsburg erwarten ihn nun jedoch Pfiffe - denn die Mannschaft, die er mitplante, ist vom Abstieg bedroht.

Von Jörg Marwedel

Womöglich ist das wieder so ein klassisches Thomas-Schaaf-Wort, mit dem er verhindern will, dass man ihm in die Seele schaut. Vielleicht ist er aber auch so nüchtern, wie er rüberkommt, wenn er auf die Erinnerungen an die 13 Jahre Seite an Seite mit Manager Klaus Allofs angesprochen wird. Das Wiedersehen im Weserstadion sei ja "schön und gut", entfuhr es dem Trainer des SV Werder Bremen, aber darüber mache er sich "absolut keine Gedanken".

Er konzentriere sich lieber auf "unsere Aufgabe". Die Aufgabe, die sich dem SV Werder Bremen am Samstagabend im Spiel gegen den VfL Wolfsburg mit dessen neuem Geschäftsführer Klaus Allofs stellt, ist ja auch schwer genug: Sollte es für die Bremer in diesem Nord-Derby wieder keinen Heimsieg geben, sind sie plötzlich mitten drin im Kampf gegen den Abstieg.

Auch der im November bei Werder ausgestiegene Klaus Allofs hat seine erste Anwesenheit in dem Stadion, "das ich mitgeplant habe" als "Randnotiz" abzutun versucht. Doch für die Fans wird das anders sein, weil mit dem alten Werder-Macher Allofs noch zwei VfL-Profis zurückkehren, die für eine bessere Werder-Zeit stehen: Diego und Naldo. Während Diego schon vier Jahre fort ist, wird es für Naldo, der immerhin sieben Jahre lang Publikumsliebling in Bremen war und erst im Sommer 2012 nach Wolfsburg entschwand, eine emotionale Begegnung sein.

"Es wird seltsam sein, auf der anderen Seite zu stehen", glaubt er. Doch während der Brasilianer hofft, dass die Bremer Anhänger positiv auf ihn reagieren, könnte es für Allofs durchaus Pfiffe geben. Viele haben dem früheren Werder-Boss nicht verziehen, wie plötzlich er sich aus dem Staub gemacht hat. Und von seiner Abschieds-Diagnose, er hinterlasse Werder eine Mannschaft mit Zukunft, sind immer weniger Leute überzeugt.

In dieser Woche hat er zusammen mit seinem Bremer Nachfolger Thomas Eichin dem Kicker ein Doppel-Interview gegeben. Eichin erzählte, in seinem Büro hänge noch immer ein Poster mit Allofs drauf. Er habe überlegt, ob er ein Foto von sich darüber kleben solle, habe dann aber entschieden, das sei nicht nötig. Dass Eichin bei seinem alten Arbeitgeber, dem Eishockeyklub Kölner Haie, inzwischen Klaus gerufen werde, findet er angeblich "witzig". Dabei hat er zumindest in einem Punkt zuletzt Kritik an der Personalpolitik seines Vorgängers geübt.

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