Kim Kulig im ZDF:Immer folgte ein neuer Rückschlag

Kreuzbandriss, Riss im Innenmeniskus, Knorpelschaden, Riss im Außenmeniskus - vier Operationen hat Kulig in den vergangenen vier Jahren mitgemacht. Wenn sie gerade wieder nach monatelanger Reha ihr Comeback gab, kam der nächste Rückschlag, musste das nächste Turnier abgesagt werden. Die Hoffnungen auf einen Neustart der Sportlerkarriere erfüllten sich nicht. Ob sie noch einmal zurückkehren wird auf den Rasen? "Das weiß ich selber nicht", sagt sie. Schon Treppensteigen fällt ihr schwer.

Dass Kulig nun trotzdem bei der WM dabei ist, wenn auch nicht als Spielerin, sei für sie selbst eine "tolle Möglichkeit". Es ist vor allem das Ergebnis eines Reifeprozesses. Nicht mehr tun zu können, was man am meisten liebt, hat Kulig natürlich belastet. Fußballspiele ihres Teams 1. FFC Frankfurt verfolgte sie in ihrer langen Pause auf der Tribüne mit - als Zeichen für die Mannschaft, aber für sie selbst war es oft quälend, zuschauen zu müssen.

Wer nun als Expertin auftritt bei einem Turnier, bei dem man mit mehr Glück im Leben auch als Fußballerin dabei gewesen wäre, der muss innerlich gewachsen sein. Mut und Leidenschaft, das steht in arabischen Buchstaben auf ihrem linken Unterarm.

Durch so eine Krise kommt man besser, wenn man anderen Sachen als Fußball einen Platz im eigenen Leben gestattet. Nach ihrem Abitur begann Kulig ein Fernstudium in Sportmanagement, die Abschlussprüfungen stehen bald an. Zusätzlich studiert Kulig Innenarchitektur an der Uni Darmstadt. Für das Leben nach dem Fußball. Wobei das ja nicht zwingend ohne Fußball ablaufen muss - beim ZDF macht sie schließlich auch einen ordentlichen Job. Auch wenn das mit dem Loch in der Torwand gemogelt war - das hat eine präparierte Ballmaschine reingedonnert.

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