Leichtathletik-WM:Kaul wirft den Speer auf 75,42 Meter

Um 22.35 Uhr schallte der Name Christina "Swanitsch" durchs Stadionmikrofon und diese WM war für die 33-Jährige ja eine andere als alle vier zuvor. Zum ersten Mal nahm die Weltmeisterin von 2015 als Mutter teil, 2017 hatte sie Zwillinge bekommen, ein Mädchen und einen Jungen. "Ich möchte gerne zeigen, dass man auch mit Kindern in der Weltspitze sein kann", sagte sie und genau da lag sie nach drei Versuchen ja: Im zweiten Durchgang landete die Kugel bei 18,87 Metern, zur Halbzeit Bronze.

Rechts neben ihr setzte da Niklas Kaul zum ersten Versuch mit dem Speer an - und schickte den gleich mal auf 75,42 Meter. Weiter hatte keiner seiner Konkurrenten jemals geworfen, doch der Deutsche hatte noch nicht genug. Im zweiten Versuch steigerte er seine persönliche Bestleistung um 56 Zentimeter auf 79,05 Meter. Zu diesem Moment der Bronzerang. Kaul lächelte, Schwanitz klatschte nebenan im Ring in die Hände: Im fünften Versuch eroberte sie Rang drei zurück, nachdem sie zwischenzeitlich um einen Platz nach hinten gefallen war. Hinter ihr konnte dann keine mehr kontern, sie jubelte später mit Chinas Siegerin und Titelverteidigerin Gong Lijiao (19,55) und der Jamaikanerin Danniel Thomas-Dodd (19,47).

Ihre ersten Interviews waren schon gegeben, da machte sich Kaul für den Endspurt bereit. In der Szene ist sein Name schon lange einer, den sich die Konkurrenz eingeprägt hat, weil Kaul in jungen Jahren alles gewonnen hat: Gold bei der U18- und U20-WM; Gold bei der U20- und U23-EM. Als Zweiter der Welt war er nach Doha gereist, seiner ersten bei den Großen. Und nun stand er um 0.25 Ortszeit zum Finale bereit, 1500 Meter.

Noch einmal da sein, bis zum Ziel, darum ging es jetzt, und seine Bestzeit im Vergleich zu Maicel Uibo, dem Führenden aus Estland und Damian Warner aus Kanada war über diese Strecke ja viel besser. Am Ende hatte Niklas Kaul alle Kämpfe gewonnen, im Kopf und im Körper. Mit 4:15 Minuten kam er ins Ziel, Gesamt-Punktzahl am Ende 8691, Weltmeister, vor Uibo (8604 Punkte) und Warner (8529). Niklas Kaul hatte seine Chance genutzt.

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