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Jermaine Jones bei Schalke 04:Abschied des Schwerarbeiters

1. FC Nuernberg v FC Schalke 04 - Bundesliga

Letzter Tanz: Jermaine Jones Ende Dezember im Spiel gegen Nürnberg

(Foto: Micha Will/Getty Images)

Nach sechs Jahren Dienstzeit verlässt Jermaine Jones Fußball-Bundesligist Schalke 04. Die Trennung dürfte eine gewisse Erleichterung auslösen: beim Spieler, beim Klub - und bei den Schiedsrichtern.

Noch hat Jermaine Jones den FC Schalke 04 und die Bundesliga nicht verlassen, aber es ist doch ziemlich wahrscheinlich, dass er sowohl das eine wie das andere tun wird.

Während seine Mannschaftskollegen am Freitag ihr Trainingslager in Katar aufschlugen, blieb der 32 Jahre alte Mittelfeldspieler zu Hause in Düsseldorf, um einen Verein zu suchen, der einen altgedienten, aber gut erhaltenen Schwerarbeiter wie ihn brauchen kann. Schalke hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass sich Jones "noch mal verändern" und "andere Perspektiven" für seine Karriere erschließen wolle.

Der Verein hätte sein Veto einlegen können, immerhin gehört kein anderer Spieler dem Profikader länger an als er, und seine Einsatzzeiten während der Vorrunde qualifizieren ihn nach wie vor als Stammkraft. Aber Manager Horst Heldt hat keine Bedenkzeit beansprucht, bevor er dem Wunsch entsprach, und man darf sogar vermuten, dass diese Bitte eine gewisse Erleichterung ausgelöst hat.

Programmatischer Prioritätenwechsel

Offensichtlich steht hier nicht nur eine Trennung in beiderseitigem Einvernehmen an, sondern eine Trennung, die in beiderseitigem Interesse liegt. Für beide Seiten wäre diese "Veränderung" auch eine Befreiung.

Während Jones sich der drohenden Versetzung auf die Reservebank entzieht, spart Schalke einen besonders kostspieligen Mitarbeiter ein, der nicht mehr richtig ins Personalkonzept passt. Im Sommer wäre der in Frankfurt geborene Nationalspieler der USA, der bei der WM in Brasilien im Zentrum des Aufgebots des amerikanischen Trainers Jürgen Klinsmann stehen dürfte, ohnehin verabschiedet worden. Sein Vertrag läuft aus, programmatisch setzt Schalke andere Prioritäten.

Die Jugend hat Vorrang. Fast ein halbes Dutzend Spieler aus der Juniorenabteilung ist mitgefahren an den Arabischen Golf, und von der 22-jährigen Münchner Leihgabe Jan Kirchhoff und dem 18-jährigen Leon Goretzka erhofft sich Manager Heldt mehr Produktivität für die defensive Mittelfeldreihe, als der Routinier Jones sie zuletzt gewährleistet hat.