Serie A Inter Mailand dreht wegen Wanda Nara durch

Die starke Frau an seiner Seite: Ehefrau und Agentin Wanda Nara umarmt Inter-Stürmer Mauro Icardi.

(Foto: REUTERS)

Wenn Spielerberater tricksen und Druck ausüben, gilt das oft als clever. Nun ist in Italien eine Frau für ihren kickenden Mann vorgeprescht - und alles ist anders.

Kommentar von Birgit Schönau

Erinnert sich noch jemand an Gaby Schuster? Es gab Zeiten, da war die Ehefrau des deutschen Mittelfeldspielers Bernd Schuster bekannter als ihr sechs Jahre jüngerer Mann, auf jeden Fall war Gaby sehr viel berüchtigter. Trainer und Funktionäre im In- und Ausland fürchteten sie, denn die ausgebildete Kosmetikerin hatte das Management ihres Mannes übernommen und erwies sich in Verhandlungen als hartnäckig und bestens vorbereitet, kurzum: eine riesige Nervensäge für die Herren des Fußballs, die sich über sie die Mäuler zerrissen, zu ihrem größten Ärger aber nicht an ihr vorbeikamen. Ohne Gaby wäre Bernd kaum vom 1. FC Köln nach Barcelona gewechselt und weiter zu Real und Atlético. Frau Schuster war eine Pionierin auf ihrem Gebiet, übrigens hielt die Ehe länger als seine Karriere, nämlich stolze 31 Jahre.

In Italien hat jetzt eine Kollegin von Gaby Schuster die Männer von Inter Mailand derart in Wallung gebracht, dass die gute alte Fußballermoral, nach der schmutzige Wäsche in der Kabine gewaschen wird, einer offenen Kriegserklärung gewichen ist. Der FC Internazionale gegen eine blonde, 32 Jahre alte Argentinierin und Mutter von fünf Kindern. Ihr Name ist Wanda Nara, verheiratet war sie zunächst mit dem Profi Maxi López, bevor sie ihn gegen Mauro Icardi austauschte, sechs Jahre jünger, genau wie Bernd bei Gaby.

Dass ein Spieler einem anderen die Frau ausspannt, ist eines der schlimmsten Verbrechen in der Fußballwelt, viel, viel schlimmer als zum Beispiel massive Steuerhinterziehung. Icardi wurde von den Kollegen geschnitten, auch in der argentinischen Nationalelf kriegte er kein Bein auf den Boden. Es kam noch dicker, als Wanda seine Managerin wurde.

Sticheleien gehören zum Geschäftsmodell

Vorher hatte sie als Model gejobbt, jetzt verhandelte sie mit den Bossen von Inter, also mit dem chinesischen Klubpräsidenten und dessen italienischen Managern. Seit ein paar Monaten drängt Wanda Icardi auf mehr Geld für ihren Mauro, der seit 2013 bei Inter mehr als 100 Tore geliefert hat. Zweimal war er Liga-Torschützenkönig. Dafür, so findet Wanda, seien 4,5 Millionen Euro netto im Jahr eindeutig zu wenig. Wie ihre männlichen Kollegen, allen voran der Italiener Mino Raiola, der Zlatan Ibrahimovic, Paul Pogba und Italiens Nationaltorwart Gianluigi Donnarumma vertritt, fantasierte sie in den sozialen Netzwerken darüber, was ihr Mauro eigentlich wert sei, dass ihn jede Menge andere Klubs auch wollten - und dass der Trainer ihn bei Inter viel zu wenig hätschele.

Bei dem gelernten Pizzabäcker Raiola gehören solche Sticheleien zum Geschäftsmodell. Höfliche Bescheidenheit ist für Agenten, egal ob im Literaturbetrieb oder im Fußball, nun mal nicht der bedeutendste Soft Skill. Sie verdienen eher mit einer gesunden Unverschämtheit ihr Geld. Bei Wanda ist das nicht anders. Aber die Inter-Männer fühlten sich von dieser frechen Frau irgendwann derart provoziert, dass sie durchdrehten. Sie riefen in China an, bei Eigentümer Zhang Jindong, und überzeugten den Patron, dass man der aufsässigen Blondine die gelbe Karte zeigen müsse. Prompt wurde Mauro Icardi abgestraft und öffentlich degradiert: Seit Dienstag ist er nicht mehr Kapitän. Diese Ehre gebührt ab sofort Torwart Samir Handanovic, einem braven Mann mit einer braven Frau. Stocksauer weigerte sich Icardi daraufhin, mit der Mannschaft zum Europapokalspiel nach Wien zu reisen, wo Inter auch ohne ihn 1:0 gegen Rapid gewann.

Wanda, die Femme fatale der Internazionale, schweigt zu alledem (am Samstag schwieg sie allerdings nicht, nachdem ihr Auto von einem Stein getroffen wurde; sie erstattete Anzeige gegen Unbekannt). Ihr Schweigen klingt den Männern beunruhigend laut in den Ohren. Was mag das böse Weib nun wieder aushecken? Ganz einfach, sie wartet darauf, dass Inter Mauros Treffer dringend braucht. Lange wird das wohl nicht dauern.

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