bedeckt München 20°
vgwortpixel

Fußball in Italien:Italiens Granden purzeln, Dzeko spuckt

(SP)ITALY-FLORENCE-SOCCER-ITALIAN CUP

Und Stürmer Edin Dzeko flog beim 1:7 seiner AS Roma vom Platz, weil er den Schiedsrichter bespuckt haben soll.

(Foto: Xinhua/Sipa USA)
  • Italiens Top-Klubs können gerade wenig mit dem Ball anfangen. Beim 1:7 der Roma gegen AC Florenz bespuckt Edin Dzeko den Schiedsrichter.
  • Auch Titelverteidiger Juventus und der SSC Neapel blamieren sich im italienischen Pokal.

Die sieben Könige nach der Stadtgründung: Romulus, Numa Pompilius, Tullus Hostilius, Ancus Marcius, Lucius Tarquinius Priscus, Servius Tullius, Lucius Tarquinius Superbus. Die sieben Hügel: Kapitol, Palatin, Aventin, Quirinal, Caelius, Viminal, Esquilin. Die sieben Tugenden: Demut, Mildtätigkeit, Keuschheit, Geduld, Mäßigung, Wohlwollen, Fleiß. Und natürlich die sieben Todsünden: Hochmut, Habgier, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid, Faulheit.

Rom ist die Stadt, die die Zahl Sieben erfunden hat, von der AS Roma wird sie immer mal wieder kombiniert mit der Eins. 1:7 spielten die Römer gegen Manchester United (2007), 1:7 gegen den FC Bayern (2014). 1:7 gegen den AC Florenz, am Mittwochabend im Stadio Artemio Franchi. "Sieben Tore der Schande", wie es das Hauptstadtblatt Il Messaggero tags darauf sehr präzise zusammenfasst, jene Zeitung übrigens, die kürzlich sogar vom Papst besucht wurde. Und La Republica urteilt: "Es war nicht das erste Mal, dafür aber das peinlichste."

Internationaler Fußball Ronaldo wegen Steuerhinterziehung verurteilt
Urteil in Spanien

Ronaldo wegen Steuerhinterziehung verurteilt

Der Fußballer akzeptiert die Gerichtsentscheidung. Er muss 19 Millionen nachzahlen und wird zu einer knapp zweijährigen Haftstrafe verurteilt - ins Gefängnis muss er aber nicht.   Von Javier Cáceres

1:7. Für Manchester erzielte seinerzeit Cristiano Ronaldo (noch nicht vorbestraft) zwei Tore, für den FC Bayern Arjen Robben. Schlimm genug, aber immerhin Champions League. In Florenz, beim Viertelfinale des Italienpokals, traf Federico Chiesa drei Mal, ein Doppelschlag gelang Giovanni Simeone. Der eine, Sohn von Enrico Chiesa, ist italienischer Nationalspieler, der andere, Sohn von Diego Simeone, ein Nachwuchstalent der argentinischen Albiceleste. Aber es sind dann doch eher Namen für Kenner des Provinzfußballs, während der Erzeuger des so genannten Ehrentreffers Aleksandar Kolarov immerhin schon mal für Manchester City gekickt hat. Der Serbe konnte mit seinem 1:2 (28.) nach den ersten beiden Treffern von Chiesa den zahlreich erschienenen römischen Anhang in der Illusion wiegen, dass man das Match noch drehen könnte. Vier Minuten später kam das 3:1. Und nach der Pause grölten die Florentiner hohnlachend den Römern zu: "Das gelbe Ding da ist der Ball!" Das war aber nur ein Teil der Geschichte.

Einer, der mit dem gelben Ding sehr gut umzugehen weiß, ist der Bosnier Edin Dzeko. Er war Torschützenkönig in der Bundesliga (Wolfsburg, 2010) und der Serie A (2017) und ist einer der besten Stürmer in der Geschichte der Roma. In Florenz aber verlor Dzeko den Kopf. Zur zweiten Halbzeit eingewechselt, ging er erst auf seinen harmlosen Teamgefährten Bryan Cristante los, als der sich mal wieder das gelbe Ding abluchsen ließ - 1:4. "Wir sehen uns draußen", soll Dzeko dem erschrockenen 23-Jährigen zugezischt haben, tatsächlich beharkte man sich noch in der Kabine.

Und dann hatte Dzeko noch nicht mal eine halbe Stunde auf dem Platz herumgetobt, als er seine Wut an Schiedsrichter Gianluca Manganiello ausließ, weil der ein angebliches Foul nicht gepfiffen hatte. Der Referee zog sofort die rote Karte. Offenbar hatte Dzeko ihn nicht nur beleidigt, sondern auch noch angespuckt. Ein Detail im allgemeinen Desaster. "Der schlimmste Tag in meiner Karriere", gestand später Manager Ramón Rodríguez Verdejo.