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HSV-Remis gegen FC Bayern:Die Euphorie kehrt in der Hamburger Arena zurück

Doch was viel wichtiger war: Die Hamburger ließen keine Chance zu. Der Deutsche Meister war trotz 70 Prozent Ballbesitz lahm gelegt. Erst in der 33. Minute zielten die Münchner erstmals aus Tor. HSV-Schlussmann Drobny musste sich allerdings kaum bewegen, um den Schuss von Juan Bernat abzuwehren.

Guardiola gefiel der Spielverlauf verständlicherweise weniger gut als seinem neuen Kollegen. Der Bayern-Coach beorderte Rafinha zurück auf die rechte Außenverteidigerposition. Die Münchner sicherten nun mit einer Viererkette ab, die Dominanz wurde zumindest ein wenig größer. Doch eine Torchance erarbeitete sich der Champions-League-Teilnehmer vor der Halbzeitpause nicht mehr.

Das Hamburger Publikum applaudierte euphorisch, die Spieler klatschten sich übermütig ab. Derartige Szenen hatte es in der Hamburger Arena lange nicht mehr gegeben.

Nach Wiederanpfiff verspielte Manuel Neuer dann beinahe seinen Status als weltbester Torhüter. Der Münchner konnte bei einem Ausflug aus dem Strafraum Nicolai Müller nicht am Abschluss hindern. Der Ball kullerte aufs Tor zu - ging allerdings knapp am linken Pfosten vorbei (46.). In der 52. Minute festigte Neuer dann seinen angekratzten Ruf sofort wieder: Diesmal verhinderte sein Sprint nach vorne eine gute HSV-Möglichkeit.

Guardiola brachte Xabi Alonso statt Højbjerg (57.), Mario Götze löste Rafinha ab (61.) und nur wenig später kam Robert Lewandowski für Shaqiri (67.). Guardiola befand mittlerweile, dass das Spiel gefährlich geworden war.

Der Druck der Münchner nahm zu, doch der Wille, die Energie und die Bereitschaft der Hamburger ließen nicht nach. Auch wenn sie immer seltener an den Ball kamen. Ein abgefälschter Schuss von Müller flog unkontrolliert am Tor vorbei (74.), Drobny verhinderte rechtzeitig, dass Lewandowski mit dem Kopf an den Ball kam (75.), nach einer der wenigen Unachtsamkeiten der HSV-Defensive wäre Müller nach einem langen Alonso-Pass fast perfekt an den Ball gekommen, aber eben nur fast (86.). Auch die Hamburger fanden ab und an Lücken, doch die Angriffsversuche scheiterten meist am beeindruckenden Boateng.

In der Nachspielzeit noch eine turbulente Szene: Neuer kam bei einem HSV-Angriff den Gegenspielern bis zum Mittelkreis entgegengerannt, im Gerangel gelangte der Torhüter absichtlich mit der Hand an den Ball. Und sah Gelb. Der Schiedsrichter pfiff den Spielzug ab, dabei hätte er auf Vorteil entscheiden - und der HSV die Chance nutzen können. Doch mit dem Ergebnis waren die Hamburger Spieler auch so vollkommen zufrieden.