bedeckt München 17°
vgwortpixel

HSV gewinnt 3:1 gegen Stuttgart:Hleb zeigt sich verbessert

Stuttgart sah sich fortan mit einer ungewohnten Situation konfrontiert. Seit Christian Gross im November das Traineramt von Markus Babbel übernommen hatte, war der VfB noch nie mit 0:1 in Rückstand geraten. Kurzzeitig wurden Erinnerungen wach an die dunklen Zeiten der Hinrunde, in der das Stuttgarter Selbstvertrauen ebenso wenig existent war wie die eine Seite des Cannstatter Fußballstadions. Doch die neue Tribüne der Arena nimmt so langsam Form an, und auch die Mannschaft des VfB hat sich seitdem entwickelt und präsentiert sich mittlerweile mit gefestigter Statik.

So hielten haderten die Stuttgarter nicht lange mit dem Gegentor und setzten dem HSV mit schnellem Offensivspiel über die Flügel zu. Molinaro vergab in der 26. Minute allein vor Rost, acht Minuten später kam erneut Pogrebnjak im Strafraum zu Fall. Rozehnal hatte dem Russen von hinten in die Beine getreten, doch Aytekin ließ weiterspielen, was dem Unparteiischen zur Halbzeitpause eine neue Frisur einbrachte: VfB-Sportdirektor Horst Heldt pustete dem Schiedsrichter seinen Ärger über die strittige Entscheidung an den Kopf.

Verunsichert waren fortan vor allem die Spieler des HSV, die sich womöglich einer unheilvollen Statistik bewusst wurden. Sieben Mal hatten die Norddeutschen in dieser Saison nach einer 1:0-Führung noch den Sieg verspielt, ohne van Nistelrooy wäre dies am Samstag wohl zum neunten Mal passiert. Zehn Minuten nach der Pause durfte Alexander Hleb, der die laute Kritik an seinen zuletzt mäßigen Leistungen mit viel Wirbel auf der linken Seite konterte, bis zur Grundlinie marschieren und zurück auf Christian Träsch passen. Mit der rechten Innenseite beförderte der Stuttgarter den Ball aus 18 Metern in den Torwinkel zum 1:1.

Das schien die Wende zu sein: Stuttgart drückte immer mächtiger und kam zu weiteren Großchancen, der HSV erstarrte in Passivität. Marica vergab in der 59. Minute die beste Möglichkeit, als er einen Abpraller von Frank Rost Zentimeter am Torpfosten vorbeisetzte. "Wer seine Chancen nicht nutzt, wird bestraft", sagte Christian Gross nach der Partei, eine Erkenntnis, die seine Spieler auf bittere Art und Weise zuvor auf dem Rasen machen mussten.

Stuttgart mag das Unheil befürchtet, Hamburg auf die Wende gehofft haben, als van Nistelrooy nach 65. Spielminuten aufs Feld trabte. Mit nur zwei Ballberührungen machte der Holländer beide Vorahnungen zur Gewissheit, traf zweimal und sagte hinterher: "Es war heute sehr schön". Ganz einfach.

© sueddeutsche.de/aum

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite