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Heimsieg von Hannover gegen HSV:Langes Warten auf Fury in the Slaughterhouse

Bereits in der 9. Minute köpfte Lars Stindl nach einer Flanke von Edgar Prib das 1:0. Er hatte im Strafraum dabei so viel Platz, als würde er um drei Uhr in der Früh allein über die Lister Meile spazieren, der beliebten Einkaufsstraße Hannovers. Vor allem Stindl entwickelte sich zu einem Hamburger Quälgeist. Sobald er in Tornähe an den Ball kam, zog er ab - und das kam ziemlich oft vor. Der 96-Kapitän hatte in der ersten Hälfte so viele Torschüsse, wie in der gesamten Saison nicht.

Die beste Chance zum 2:0 vergab Ya Konan, seinen Kopfball drückte Rafael van der Vaart jedoch mit dem Knie von der Linie. Und der HSV? Spielte seltsam gehemmt in den ersten 45 Minuten, sie scheuten die Zweikämpfe und mieden den Strafraum, als ob sie Stoppschilder davon fernhalten würden. Bezeichnend war eine Freistoßflanke von Hakan Calhanoglu in die Arme von Ron-Robert Zieler. "Wir sind mit dem Druck nicht klar gekommen", sagte der Deutschtürke.

An der Pausenansprache von Mirko Slomka hatte es nicht gelegen, dass die Hamburger - van der Vaart blieb wegen einer Zerrung in der Kabine - in der 48. Minute zum Ausgleich kamen, es war mehr eine Mischung aus Calhanoglus raffinierter Schusstechnik und einer schlecht postierten Mauer, durch die der 20-Jährige eine Lücke fand.

Das 1:1 beruhigte den HSV allerdings nicht in dem Maße, wie es Hannover beunruhigte. Die Heimmannschaft spielte weiter gefällig, mit Wucht und Drang, doch Chancen boten sich gegen clever verteidigende Hamburger bis auf ein Schuss von Stindl nicht. Bis vier Minuten vor dem Schlusspfiff mussten sich die Hannover-Fans gedulden, dann traf Ya Konan zum 2:1, nachdem der eingewechselte ehemalige HSV-Profi Artjoms Rudnevs noch an der Hacke von Johan Djourou gescheitert war.

Viele im Stadion hatten nicht mehr damit gerechnet, dass sie ihre Hymne noch hören dürften, "Won't forget these days" von Fury in the Slaugtherhouse läuft immer dann, wenn Hannover ein Heimspiel gewinnt. Das war lange nicht mehr der Fall gewesen, zuletzt am 1. Februar, beim 3:1 gegen Mönchengladbach.

Ob es an der Klosterpforte gelegen hat? Die Spieler werden Marienfeld in jedem Fall nicht mehr so schnell vergessen. "Wir sind dort sehr zusammengerückt und haben viel miteinander gesprochen", sagte Dufner nach dem Spiel. "Und auch Spaß hatten wir."

© SZ.de/schma/sonn

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