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Heimsieg von Hannover gegen HSV:Der Klosterpforte sei Dank

Hannover 96 v Hamburger SV - Bundesliga

Spätes Siegtor: Didier Ya Konan jubelt mit Edgar Prib (rechts)

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Nach einem kurzen Trainingslager spielt Hannover 96 wie ein Champions-League-Teilnehmer und schafft gegen den Hamburger SV einen wichtigen Heimsieg - dank eines späten Treffers von Didier Ya Konan. Der Abstieg wird unwahrscheinlicher, nicht so beim HSV.

Von dem Örtchen Marienfeld hatten viele Spieler von Hannover 96 bis zu Beginn der Woche noch nie etwas gehört. Trainer Tayfun Korkut klärte sie dann allerdings auf, was sie in dem Ortsteil der westfälischen Stadt Harsewinkel, Landkreis Gütersloh, von Mittwoch an neben dem pittoresken Flüsschen Lutter noch alles erwarten würde: ein dreitägiges Trainingslager nämlich. Im Hotel mit dem hübschen Namen Klosterpforte versammelten sie sich, um sich mit Kopf und Gliedern für den Abstiegskampf zu präparieren. Korkut sagte danach: "Die Mannschaft hat das sehr gut angenommen und ist sehr gut vorbereitet."

Ob in der alten Klosteranlage neben Beten und Arbeiten auch noch Zeit war für eine gepflegte Runde Tennis auf einem der sechs Plätze oder sogar für eine Runde Golf blieb, ist nicht überliefert. Doch Korkut, der schwäbische Türke aus Ostfildern, muss die richtigen Worte vor dem Nordderby gegen den Hamburger SV gefunden haben. Nach zuvor vier sieglosen Spielen gewann seine Mannschaft am Samstagnachmittag 2:1 (1:0) und vergrößerte dadurch den Abstand zu den Abstiegsplätzen vier Spieltage vor dem Saisonende auf fünf Punkte.

Die Tore erzielten Lars Stindl (9.) und Didier Ya Konan (86.), Hakan Calhanoglu hatte zwischenzeitlich zum Ausgleich getroffen (48.). "Das war brutal emotional heute", sagte 96-Manager Dirk Dufner, "wir standen unter der Woche brutal unter Druck. Es war wichtig, dass wir ruhig geblieben sind."

Nach der 0:3-Niederlage in Braunschweig musste bei Hanover 96 dennoch etwas passieren, allein schon, um die aufgebrachten Fans zu befrieden. Und da der in der Kritik stehende 96-Präsident Martin Kind genauso wenig danach war zurückzutreten oder sich vom Trainer zu trennen, lag es an Korkut einen Reiz zu setzen. Er fand ihn in der Ruhe, in der Abgeschiedenheit Ostwestfalens.

Wenn die Mannschaft in den restlichen Spielen ähnlich temperamentvoll spielt, dann dürfte die Zuneigung der Fans schnell zurück sein. Die Hannoveraner Spieler gingen in die Partie, als ginge es um den Einzug in die Champions League. Sie störten früh, sie spielten mit Herz und Leidenschaft, und teilweise kombinierten sie sogar so ansehlich wie in früheren Zeiten unter Mirko Slomka. Doch der Fußballlehrer nahm diesmal auf der Gästebank Platz, wobei er nicht viel saß, sondern fast die gesamte Spielzeit über stand. Und was er mit ansehen musste in der ersten Hälfte, konnte ihm nicht gefallen.

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