Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton "Bleib draußen, solange du kannst"

Drei Positionen musste sich Vettel nach vorne kämpfen. Und Hamilton musste irgendwie sechs verlieren. Beides Szenarien, die in diesem Moment so wahrscheinlich erschienen wie die Wiederholung des Meteoriteneinschlags im nahegelegenen Chicxulub-Krater im Golf von Mexiko, der ja vor 66 Millionen Jahre das Sauriersterben herbeigeführt haben soll.

Nach zwölf Runden kam Hamilton an die Box, er ließ sich Supersoft-Reifen aufziehen, mit denen es unwahrscheinlich war, dass er das Rennen zu Ende fahren wollte. Kurz darauf hielten auch Ricciardo und Verstappen für einen Satz neuer Pneus. Vettel lag nun in Führung, aber das war selbstredend eine Momentaufnahme. Vettel fuhr weiter auf seinen Reifen. "Bleib draußen, solange du kannst", funkten die Strategen aus seiner Box. Aber was half der Ratschlag? Auch Vettels Reifen waren durch, als er wieder auf die Strecke bog, war er so weit wie beim Start: vierter Platz.

Das Rennen bezog nun eine Art abstrakte Spannung aus der Frage, ob es Ferrari gelingen könnte, im Gegensatz zu Mercedes mit nur einem Stopp auszukommen. Alle Fahrer jammerten über Funk über die Blasenbildung an ihren Gummimischungen. Aber selbst wenn: Vorne fuhr Verstappen unbekümmert seinem Rennsieg entgegen. Und der allein genügte ja, um Hamilton zum Weltmeister zu machen.

Nach 34 Runden schnappte sich Vettel immerhin noch Ricciardo, der kurz darauf seinen Wagen mit Motorschaden abstellen musste. Und fünf Runden später rollte er vorbei an Hamilton, der hart zu kämpfen hatte mit seinen abgefahrenen Reifen.

Ganz am Ende einer Saison, in der er lange Zeit um den Titel gefahren war, spürte Vettel vielleicht so etwas wie Befriedigung. Und die Bestätigung, dass er ein richtig guter Rennfahrer sein kann.

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Lewis Hamilton ist zum fünften Mal Weltmeister

Der Mercedes-Pilot holt sich in Mexiko die nötigen Punkte zum Titel und zieht mit dem Argentinier Juan Manuel Fangio gleich. Nur Schumacher hat mehr Titel gewonnen als der Brite.