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Hamburger SV:Fehler im Umgang mit Labbadia

Beiersdorfer sagt: "Natürlich wurden an der einen oder anderen Stelle Fehler gemacht", sonst wären zwei HSV-Punkte in zehn Spielen "schwer erklärbar". Ein Fehler war sein Umgang mit dem im September beurlaubten Trainer Bruno Labbadia. Schon im Sommer war er nicht überzeugt, mit Labbadia den nächsten Entwicklungsschritt zu gehen. Der Klubboss hatte wie Sportdirektor Bernhard Peters die Idee, einen schnellen Umschaltfußball, wie ihn Leipzig oder Hoffenheim spielen, zum HSV-Markenzeichen zu machen. Labbadia steht für einen anderen Stil.

Die Debatten über neue Spieler führte Beiersdorfer mit Investor Klaus-Michael Kühne und dessen Ratgeber Volker Struth auf Kühnes Anwesen in Mallorca. Labbadia machte zu diesem Zeitpunkt Urlaub auf der Insel, wurde aber nicht dazugebeten. Seine Forderungen nach einem Innenverteidiger und Sechser wurden nicht erfüllt. Den Mut, den HSV-Retter von 2015 zu entlassen, hatte Beiersdorfer aber zunächst nicht. Stattdessen ließ er Labbadia, dem er nach dem Klassenverbleib 2015 ein Denkmal bauen wollte, ziemlich allein.

Auch der entlassene Knäbel hat sich nun zur Hamburger Misere geäußert und die Dringlichkeit der Sportchef-Personalie betont: "Für den HSV ist es jetzt entscheidend, dass er die Baustelle schließt", sagte er dem Abendblatt. Gerade in der Krise brauche der neue Trainer Markus Gisdol einen starken Ansprechpartner: "Der Sportchef ist dafür verantwortlich, den Trainer in Topform zu bringen und zu halten", sagt Knäbel. Nimmt man das zum Maßstab, dann hat Beiersdorfer wohl nicht nur ein Kommunikations-Problem.

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